Teufelskreis: Was Softdrinks dem Körper antun

Schmeckt gut, schadet aber dem Körper: Der Fruchtzucker in Limonaden. (Bild: Getty Images)

Softdrinks sind allgegenwärtig, man bekommt sie im Supermarkt, an der Tankstelle, im Restaurant. Doch die zuckerhaltigen Getränke gefährden die Gesundheit mehr, als man denkt.

Nicht ohne Grund erhebt der britische Staat seit diesem Jahr eine Zucker-Steuer. Die Folgen des enormen Limonadenkonsums sind nämlich verheerend. Im Königreich ist ein Drittel aller Kinder zwischen zwei und 15 Jahren mittlerweile übergewichtig, bei den Erwachsenen ist sogar mehr als die Hälfte fettleibig. Um dem ungesunden Lebensstil ein Ende zu bereiten, nimmt der britische Staat bei besonders zuckerhaltigen Getränken nun 28 Cent Extra-Steuer pro verkauftem Liter.

In Deutschland gibt es zwar noch keine entsprechende Steuer, das Thema Zucker ist aber omnipräsent. So widmet unter anderem das Wochenmagazin „Der Spiegel“ seine aktuelle Titelgeschichte dem süßen Stoff, der von vielen Kritikern inzwischen als Droge bezeichnet wird.

 

Was Zucker im menschlichen Körper bewirkt, darüber schauen die meisten Konsumenten lieber hinweg. Denn die Folgen sind teilweise heftig. Zucker fördert die Bakterien im Mund, ist für Karies mitverantwortlich und wirkt ätzend auf den Zahnbelag. Wegen Karies wird laut dem Londoner Zahnmediziner Mervyn Druian vom London Centre for Cosmetic Dentistry bereits alle zehn Minuten einem Kind ein Zahn gezogen.

Zucker schädigt außerdem die Leber – was zusätzlich verheerende Folgen für die Figur hat. Vor allem Fruchtzucker beziehungsweise Fructose sorgt für Probleme. In der Leber wird der Zucker in Fett umgewandelt, wodurch bei hohem Zuckerkonsum eine Fettleber entstehen kann. Alleine das sollte schon Warnsignal genug sein. Doch darüber hinaus setzt sich das durch Fruchtzucker entstandene Fett besonders am Bauch an. Die Folge: Schwabbelige Hüften und sogenannte „Love Handles“.

 

Nehmen viel Raum in einem Supermarkt ein: Limonaden und Softdrinks. (Bild: Getty Images)

Außerdem spielt der konsumierte Zucker mit unseren Dopamin-Levels herum. Der Neurotransmitter soll bei der Entstehung von Suchterkrankungen eine große Rolle spielen. Beim Konsum von Substanzen, die sich für den Körper gut anfühlen, wie etwa Zucker, verlangt der Organismus schon bald nach einer Dosissteigerung. Man will mehr und mehr von einer bestimmten Süßigkeit oder einem bestimmten zuckerhaltigen Getränk konsumieren.

Zuckerhaltige Lebensmittel täuschen außerdem ein kurzzeitiges Völlegefühl vor. Die Hormone, die Hunger signalisieren, werden durch Zuckerkonsum jedoch nicht wirklich unterdrückt. Die Folge ist, dass man kurze Zeit nach einem Softdrink oder einer Süßigkeit schon wieder zuschlagen könnte. Zudem können zuckerhaltige Getränke für Stimmungsschwankungen sorgen, die Blutwerte durcheinanderbringen und das Bakterienmilieu im Darm stören.

Im Körper erzeugt ein Softdrink eine wahre Achterbahnfahrt des Energiehaushalts. In den ersten 10 bis 20 Minuten nach dem Konsum entsteht ein sogenannter „Sugar Rush“, das einem Drogen-High nicht unähnlich ist, nur in der Intensität milder ausfällt. Nach 30 bis 45 Minuten fühlt man sich in der Tat energischer und konzentrierter. Nach 45 bis 60 Minuten sorgen die hohen Blutzuckerwerte dafür, dass die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet, um den Wert wieder auf sein Normalniveau zu drücken. Nach nur einer Stunde setzt schließlich die große Ermüdung ein. Die Zuckerwerte pendeln sich langsam wieder ein und – im Falle von koffeinhaltigen Zuckergetränken – lässt die Wirkung des Wachmachers Koffein wieder nach.

Um wieder Energie zu schöpfen, greifen dann viele zu einem weiteren Softdrink – und der Teufelskreis beginnt von vorne.

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