Im Test: Wie viel SUV steckt im Hyundai Bayon?

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Kleinwagen mit SUV-Ambitionen: Hyundai verwandelt den i20 in einen höhergelegten Stadtflitzer und nennt ihn Bayon.
Kleinwagen mit SUV-Ambitionen: Hyundai verwandelt den i20 in einen höhergelegten Stadtflitzer und nennt ihn Bayon.

Obwohl Hyundai mit dem Kona bereits einen kompakten Cross-Over am Start hat, bringen die Koreaner gegen T-Cross, Puma und Co. jetzt einen zweiten aufgebockten Kleinwagen in Stellung. Der ist technisch nicht ganz so konsequent, tritt dafür aber umso cooler auf.

Berlin (dpa-infocom) - Hyundai folgt weiter dem SUV-Trend und baut sein Angebot am unteren Ende aus. Denn zum Sommer stellen die Koreaner dem Kona den Bayon zur Seite.

Der ist zwar nur zwei Zentimeter kürzer und bei vergleichbarer Motorisierung kaum günstiger. Doch wer sich bei der Leistung bescheiden zeigt, bekommt den Bayon bereits ab 16.790 Euro.

Ein i20 fürs Grobe

Technisch ist der Bayon eng verwandt mit dem i20, den Hyundai erst im letzten Jahr komplett erneuert und gegen die Klassenmitstreiter von VW und Opel ins Rennen geschickt hat. Und so, wie VW aus dem Polo den T-Cross und Opel aus dem Corsa den Mokka gemacht hat, wird aus dem i20 nun ebenfalls ein höhergelegter Kleinwagen. Der ist zwar knapp 3000 Euro teurer als der konventionelle Fünftürer, bietet dafür aber die bessere Übersicht, ein bisschen mehr Platz und mehr Variabilität. Und modischer ist er als Abenteurer für den Alltag natürlich auch.

Maßgeblich in Rüsselsheim entwickelt und in Frankfurt designt, betrachten die Koreaner den Bayon als waschechten Europäer. So ist es wohl kein Zufall, dass er den Namen der französischen Stadt Bayonne trägt. Sein stylischer Auftritt wird auf Wunsch mit einer Kontrastlackierung verstärkt. Und neben der SUV-typischen hohen Sitzposition bietet er überraschend viel Raum: Bei 4,18 Metern Länge und 2,58 Metern Radstand taugt die Rückbank zumindest zur Not auch für Erwachsene, und der Kofferraum fasst im besten Fall 411 bis 1205 Liter. Besonders pfiffig: Die Hutablage lässt sich mit einem Handgriff vor der aufrechten Lehne der Rückbank verstauen und muss für den Transport größerer Gegenstände nicht erst in die Garage oder den Keller gebracht werden. Ein Gimmick, das man eher bei der Simply-Clever-Marke Skoda erwartet hätte.

Vertrautes Ambiente

Die Abmessungen mögen neu sein, aber das Ambiente kennt man vom i20: Es gibt eine bunte Stimmungsbeleuchtung, voll digitale Instrumente hinter dem Lenkrad und daneben einen großen Touchscreen mit Online-Anbindung. Der navigiert nicht nur in Echtzeit oder streamt die Lieblingsmusik, sondern schafft auch eine entspannte Atmosphäre. Denn wem die Informationsflut zu groß wird, der kann sich mit Regenprasseln, einer Strandkulisse oder den Geräuschen eines Straßencafés berieseln lassen. Dazu bietet Hyundai eine Vielzahl an Assistenten. An Bord befindet sich unter anderem ein elektronischer Helfer für Spurführung und Abstandsregelung. Außerdem wird die Aufmerksamkeit des Fahrers überwacht und automatisch das Fernlicht aktiviert. Zusätzlich sollen sechs Airbags die Sicherheit erhöhen.

Ebenfalls vom i20 stammt der Antrieb. Auf der einen Seite ist das gut, weil es deshalb zwei von drei Motoren auch als Mild-Hybrid mit 48 Volt-Technik und dem innovativen iMT-Getriebe gibt, das trotz manueller Bedienung automatisch in den Leerlauf schalten und so beim Segeln Sprit sparen kann. Und auf der anderen Seite ist das schade, weil damit anders als beim Kona nicht nur die stärkeren Motoren ausscheiden, sondern auch kein Allradantrieb zu haben ist.

Dünnes Angebot von 84 bis 120 PS

Los geht es mit einem 1,2 Liter großen Vierzylinder-Sauger, der auf 62 kW/84 PS kommt. Darüber rangiert lediglich der bekannte Dreizylinder-Turbo mit 1,0 Liter Hubraum, den Hyundai mit 74 kW/100 PS oder 88 kW/120 PS im Programm hat. Zwar ist man mit dem Top-Motor gut bedient, schließlich beschleunigt er begleitet vom üblichen Schnattern eines Dreizylinders mit maximal 172 Nm in 10,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bei Vollgas 185 km/h. Doch wirklich dynamisch fühlt er sich damit nicht an. Natürlich braucht es nicht viel mehr Motorkraft für so ein handliches Auto, das vor allem für die Stadt und das Umland gemacht ist. Aber Fahrwerk und Lenkung würden durchaus mehr Leistung vertragen, und mit einem stärkeren Motor wäre der Kleine auch für große Fahrten besser gerüstet.

Fazit: Echte Alternative zu Puma oder Mokka

Die Autowelt steht offenbar auf kleine Cross-Over-Modelle, die mehr Schwung und Charisma haben, ansonsten aber genauso vernünftig sind wie ein klassischer Kleinwagen. Um diesen Trend nicht zu verpassen, hat Hyundai mit dem Bayon eine interessante Alternative zu Puma, Mokka und Co auf die Räder gestellt. Und wer mehr Leistung will oder gar Allrad, der kann ja auch weiterhin den Kona kaufen.

Datenblatt: Hyundai Bayon 1.0 T-GDI

Motor und Antrieb:

Dreizylinder-Turbo-Benziner

Hubraum:

998 ccm

Max. Leistung:

88 kW/120 PS bei 6000 U/min

Max. Drehmoment:

172 Nm bei 1500 - 4000 U/min

Antrieb:

Frontantrieb

Getriebe:

Siebengang-Doppelkupplung

Maße und Gewichte

Länge:

4180 mm

Breite:

1775 mm

Höhe:

1490 mm

Radstand:

2580 mm

Leergewicht:

1230 kg

Zuladung:

540 kg

Kofferraumvolumen:

334-1128 Liter

Fahrdaten:

Höchstgeschwindigkeit:

185 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h:

10,4 s

Durchschnittsverbrauch:

k.A.

Reichweite:

k.A.

CO2-Emission:

k.A.

Kraftstoff:

Super

Schadstoffklasse:

EU6d

Energieeffizienzklasse:

k.A.

Kosten:

Basispreis des Hyundai Bayon (1.2):

16.790 Euro

Grundpreis des Hyundai Bayon 1.0 T-GDI (DSG, 120 PS):

24.790 Euro

Typklassen:

k.A.

Kfz-Steuer:

k.A.

Wichtige Serienausstattung:

Sicherheit:

Sechs Airbags, Aktiver Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner

Komfort:

Zentralverriegelung, Klimaanlage, Ambientebeleuchtung, digitale Instrumente

Spritspartechnik:

48-Volt-Mild-Hybrid

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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