Test Hausratversicherungen: Neue sind oft besser und günstiger

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Viel sparen mit besseren Leistungen: Der Wechsel zu einer anderen Hausratversicherung kann sich richtig lohnen. Finanztest hat 144 Tarife untersucht und große Preis-Leistungs-Unterschiede ermittelt. Es gibt Preisunterschiede von hunderten Euro. Außerdem bieten neue Tarife oft mehr. Viele zahlen nun auch bei grober Fahrlässigkeit.

Eine Hausratversicherung ist für die meisten Haushalte empfehlenswert. Bei Schäden durch Wasser, Brände oder einen Einbruch können schnell fünfstellige Beträge oder mehr zusammen kommen. Doch bei der Wahl des Versicherers und der Police heißt es ganz genau hinschauen. Denn was nützt eine Versicherung, die im Ernstfall plötzlich etliche Gründe vorbringt, warum sie nicht zahlen muss.

Stiftung Warentest hat 144 Tarife von 60 Versicherern untersucht. Für den Test wurden sowohl Modellhaushalte sowie -orte mit Stichtag 1. März 2018 zugrunde gelegt. Dabei fanden die Verbraucherschützer nicht nur heraus, dass es enorme Preisunterschiede gibt, sondern es sich auch lohnt, bestehende Verträge zu überprüfen.

Grund: Viele Versicherer zahlen nun auch bei grober Fahrlässigkeit, etwa wenn Fenster auf Kipp gestellt waren, das Türschloss nur einmal abgeschlossen oder der Herd nicht abgeschaltet wurde. Alte Verträge bieten das oft nicht. „Deshalb raten wir Kunden mit Altverträgen, ihre Policen durchzusehen und notfalls umzusteigen auf einen Vertrag, der Kürzungen bei grober Fahrlässigkeit ausschließt“, so Stiftung Warentest.

Wie drastisch die Preisunterschiede ausfallen, zeigt der von den Experten zugrunde gelegte Modellhaushalt in München. Für den würde der Jahresbeitrag 56 Euro kosten, wenn online bei der Schwarzwälder abgeschlossen wird, heißt es im Testbericht. Mit 277 Euro fast fünfmal so viel würde fällig, wenn derselbe Kunde den Premium-Tarif der Arag wählt. Die Schwarzwälder sei zudem mit 72 Euro für alle am günstigsten, die einen Tarif mit Elementarschutz gegen Naturgefahren wie Hochwasser wollen.

Je nach Wohnort können die Tarife zudem unterschiedlich ausfallen, da sich Versicherer das Bundesgebiet in Risikozonen aufteilen. Wo das Einbruchrisiko hoch ist, ist die Police entsprechend teurer, wie etwa in Köln. Dort fand Stiftung Warentest die günstigsten Tarif bei der Medien, Premium kostet bei diesem Versicherer 131 Euro, mit Elementarschutz 156 Euro.

Check für Altverträge

Altverträge sollten nicht nur darauf geprüft werden, ob bei grober Fahrlässigkeit gezahlt wird, sondern auch, ob die Versicherungssummen noch zur aktuellen Haushaltsausstattung passen: Kamen Anschaffungen hinzu? Sind Wertsachen wie Schmuck und Sparbücher ausreichend versichert? Ist ein Zusatzschutz „Fahrrad“ notwendig? Wie sieht es mit Zusatzleistungen wie etwa undichten Aquarien oder dem Diebstahl von Gartenmöbeln aus?

„Ein großer Fernseher, Designermöbel, ein schneller Computer: Irgendwann ist der Hausrat viel mehr wert, doch die Versicherungssumme ist geblieben. Das hat fatale Konsequenzen. Ist nur der halbe Wert versichert, gibt es nur die halbe Entschädigung – auch wenn kein Totalschaden vorliegt“, so die Verbraucherschützer.

Wichtig sei es, alle Sachen zum Neuwert zu notieren. Tipp: Auf ihren Internetseiten stellt Stiftung Warentest kostenfrei eine Liste zur Verfügung, die dabei hilft, den Wert des eigenen Hausrats zu ermitteln.

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Hausratversicherung“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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