Tesla will unbedingt profitabel werden

Motley Fool Investmentanalyst

Nachdem man jahrelang nur Geld verbrannt hat, ist Tesla (WKN:A1CX3T) bereit, sich um Profite zu kümmern – an erster Stelle. Im Update des Elektroauto-Unternehmens vom 3. April zur Fahrzeugproduktion und -auslieferung hieß es, dass man bis etwa Ende Juni 5.000 Fahrzeuge pro Woche zu produzieren. Das würde das Unternehmen in die Lage versetzen, „die lang ersehnte ideale Kombination aus hohem Volumen, guter Bruttomarge und starkem positiven operativen Cashflow zu haben.“ Darüber hinaus sagte Teslas CEO Elon Musk es vor kurzem noch spezifischer auf Twitter: Dort kündigte er an, dass das Unternehmen sowohl im dritten als auch im vierten Quartal 2018 profitabel sein wird.

Nun bekommen Investoren ein genaueres Bild davon, wie Tesla eine höhere Produktion und Rentabilität schaffen will. Nachdem ein Memo von Musk an die Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gekommen ist, bekam man Einblick in die Strategien: Umstellung auf Produktion rund um die Uhr, eine Sondergenehmigung für hohe Aufwände und mehrere Pausen in der Produktion, um die Werkzeuge und Systeme aufzurüsten.

Hier sind einige der interessantesten Stellen aus Musks Memo.

1 Teslas jüngster Vorstoß zum Quartalsende war nachhaltig

Angesichts dessen, wie stark Teslas Anstieg der Produktion beim Model 3 im ersten Quartal war, haben sich einige Investoren gefragt, ob das Erreichen einer Produktionsrate von 2.000 Model 3s pro Woche bis zum Ende des Zeitraums einfach ein nicht aufrecht zu haltende Verzweiflungstaten kurz vor Quartalsende waren. Aber Musk verriet in dem Memo an die Mitarbeiter, dass das Unternehmen gerade seine „dritte volle Woche der Produktion von über 2000 Fahrzeugen des Model 3“ geschafft hätte.

2 Die Produktion von Model S und Model X leidet nicht darunter

Als Tesla sich auf den Produktionsanstieg des Model 3 konzentrierte, wurde die Produktion der Modelle S und X zunächst stark beeinträchtigt. Nach der Produktion von zusammen 25.076 Exemplaren der Modelle S und X im dritten Quartal betrug die Produktion für die beiden Fahrzeuge im vierten Quartal 22.140, da das Unternehmen die Personalressourcen für die Arbeit am Modell 3 umverteilt hat. Aber die Produktion der Modelle S und X verbesserte sich im ersten Quartal auf 24.728 Einheiten. Und jetzt geht die Produktion der Modelle S und X ungebremst weiter. Musk sagte, dass Tesla jetzt neben den 2.000 Exemplaren des Model 3 pro Woche auch über 2.000 Exemplare von S und X pro Woche schafft.

Teslas aktuelle wöchentliche Produktionsraten des Model 3 und Model S und X belaufen sich dann auf 221.000 Fahrzeuge pro Jahr – mehr als das Doppelte der Gesamtproduktion und -auslieferung von Tesla im Jahr 2017.

3 Tesla erwartet in diesem Quartal wieder einen Produktionsanstieg

Tesla hat die Produktion des Model 3 für drei bis fünf Tage unterbrochen, um „eine umfassende Reihe von Upgrades“ seiner Fertigungskapazitäten durchzuführen. Diese Verbesserungen sollten die Produktionskapazität bis zum nächsten Monat auf eine Rate von 3.000 bis 4.000 Einheiten des Model 3 pro Woche steigern, sagte Musk. Darüber hinaus sollte „eine weitere Reihe von Upgrades ab Ende Mai ausreichen, um die Produktionskapazität von 6.000 Fahrzeugen des Model 3 pro Woche bis Ende Juni zu schaffen“, fügte der CEO hinzu.

4 Tesla schaltet um auf 24/7-Betrieb

Mit Teslas erneuter Betonung der Handarbeit werden die ehrgeizigen Ziele des Elektroauto-Unternehmens in den nächsten Wochen mehr Stunden von den Mitarbeitern und etwa 400 Neueinstellungen in den Fabriken erfordern, da Tesla im Werk in Fremont rund um die Uhr arbeitet. „Das bedeutet, dass wir eine weitere Schicht bei Zusammenbau und Lackierung hinzufügen werden“, erklärte Musk. „Bitte leiten Sie jeden Kontakt weiter, von dem Sie annehmen, dass er Teslas Voraussetzungen für Talent, Tatkraft und Vertrauen erfüllt.“

5 Es gibt keine Ausreden mehr, um Verluste zu melden

Mit der Produktionssteigerung beim Model 3, sagt Moschus, dass es für Tesla keine Ausreden mehr gibt, um weiterhin ins Minus zu wirtschaften.

Eine berechtigte Kritik, die von externen Kritikern an Tesla geübt wird, beläuft sich darauf, dass man erst dann ein echtes Unternehmen ist, wenn man einen Gewinn erzielt… also wenn – ganz einfach gesagt – die Einnahmen die Kosten übersteigen. Es hat keinen Sinn gemacht, das zu tun, bis wir genug skaliert haben, aber jetzt sind wir so weit.

Um die Rentabilität zu sichern, sagte Musk, werde das Unternehmen in Zukunft „weitaus rigoroser mit den Ausgaben umgehen.“ Die Finanzabteilung von Tesla überprüft jede einzelne Ausgabe, um sicherzustellen, dass jeder ausgegebene Dollar „eine starke Wertbegründung“ hat. Weiter sagte Moschus, dass er persönlich alle mögliche Unkosten absegnen müsse, die über einem 12-Monatszeitraum eine Million Dollar oder mehr entsprechen würden.

2018 ist ein spannendes Jahr für Tesla. Nachdem man 2017 deutlich hinter seinen ursprünglichen Produktionszielen beim Model 3 zurückgeblieben ist, scheint der Autohersteller auf die Erzielung von Skalierung und Rentabilität fixiert zu sein.

Mehr Lesen

The Motley Fool besitzt Aktien von Tesla.

Dieser Artikel von Daniel Sparks erschien am 18.4.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2018