Tesla verteidigt Fahrassistenz-Technologie nach tödlichem Unfall in Kalifornien

Der US-Elektroautobauer Tesla hat seine Produktion im ersten Quartal deutlich gesteigert - bewegt sich bei der Herstellung seines neuen Models 3 aber noch immer unterhalb der eigenen Ziele

Bei dem tödlichen Unfall eines Tesla-Autos in Kalifornien war der Autopilot eingeschaltet: Dies bestätigte der Elektroauto-Pionier am Samstag. Zugleich bemühte er sich, Skepsis gegenüber dem Fahrassistenzprogramm zu zerstreuen. In den Sekunden vor dem Unfall habe der Fahrer des Tesla-Models X trotz wiederholter Aufforderungen nicht das Steuer übernommen, erklärte der Konzern.

Der 38-jährige Fahrer des Tesla war am 23. März auf der Höhe der Stadt Mountain View gegen eine Betonbarriere gerast. Der Wagen ging in Flammen auf und wurde von zwei nachkommenden Autos erfasst. Der Fahrer starb später im Krankenhaus.

Der Zeitung "The Mercury News" zufolge handelte es sich um einen bei dem Computer- und Smartphonehersteller Apple angestellten Ingenieur.

Teslas Angaben zufolge war in den Momenten vor der Kollision der Abstandsregeltempomat auf minimalen Abstand gestellt. Trotz mehrerer visueller und einer akustischen Warnung seien "die Hände des Fahrers in den sechs Sekunden vor der Kollision nicht auf dem Lenkrad festgestellt" worden, teilte Tesla mit.

Der Fahrer habe fünf Sekunden Zeit und 150 Meter ungestörter Sicht auf die Betonbarriere gehabt. "Aber die Fahrzeugaufzeichnungen zeigen, dass nichts unternommen wurde", teilte Tesla mit. Der Autobauer fügte hinzu, dass die Betonbarriere nach einem vorherigen Unfall nicht ausgetauscht worden sei und deshalb das Auto besonders stark beschädigt wurde.

Der Unfall ereignete sich in der gleichen Woche, in der ein selbstfahrendes Auto des Fahrdienstes Uber im US-Bundesstaat Arizona eine Passantin anfuhr und tötete. Uber setzte daraufhin sein Programm für selbstfahrende Autos aus.

Der demokratische US-Senator Richard Blumenthal sagte, solch autonom fahrende Fahrzeuge seien noch nicht "wirklich sicher für Passagiere, Fußgänger und Fahrer."

Tesla argumentierte gegen etwaige Ängste vor seiner Technologie. Die US-Regierung habe vor einem Jahr festgestellt, dass der Autopilot die Unfallraten um bis zu 40 Prozent senken würde, hieß es.

Anders als das stets von einem Uber-Fahrer beaufsichtigte vollautonome Fahrzeugprogramm bei Uber handelte es sich bei dem im Tesla eingesetzten Autopilot um einen reinen Fahrassistenten. Solche Systeme werden ähnlich auch von europäischen Herstellern angeboten. Sie sollen den Fahrer entlasten. Der Fahrer ist jedoch weiter für die Steuerung seines Pkw verantwortlich und muss ich entsprechend auf den Verkehr konzentrieren.