Tesla schaltet Kunden aus Florida mehr Akku frei


Windgeschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde, Sturmfluten, Stromausfälle und Tornados: Millionen Bürger an der US-amerikanischen Westküste fliehen vor dem zerstörerischen Tropensturm Irma. Wer ein Auto hat, tankt den Wagen voll, packt sein Hab und Gut in den Kofferraum und fährt ostwärts ins Landesinnere. Ausgerechnet die klimafreundlichen Tesla-Fahrer sind dabei im Nachteil: Das Laden dauert oft Stunden – und wer sich beim Kauf für das günstigste Modell entschieden hat, kommt damit im Schnitt bloß 320 Kilometer weit.

Der Konzern hat auf die Gefahr durch Irma reagiert und einigen seiner Kunden aus der Ferne kurzfristig mehr Batterie-Kapazität bereitgestellt. Möglich macht das ein sogenanntes „Over-the-Air-Update“: Das günstigste Tesla-Modell, das mit einer Akkukapazität von 60 kWh wirbt, verfügt nämlich tatsächlich über 75 kWh – die Differenz von 15 kWh wird normalerweise nur gegen Aufpreis freigeschaltet. Nach der Evakuierung weiter Teile des US-Bundesstaats Florida bekommen die dortigen Kunden das Upgrade nun allerdings kostenlos aufgespielt. Die Reichweite soll sich zeitweise damit um rund 50 Kilometer erhöhen.


Tesla gilt als Vorreiter beim Einsatz von Over-the-Air-Updates. Dabei sind bestimmte Funktionen des Fahrzeugs zwar technisch verfügbar, aber zunächst gesperrt. Erst, wenn der Kunde eine Funktion kostenpflichtig hinzubucht, wird sie freigeschaltet. Das gilt beispielsweise auch für den Autopilot in Tesla-Fahrzeugen.

Die betroffenen Florida-Kunden, denen das Unternehmen mit dem jüngsten Update bei der Flucht helfen will, können sich allerdings nur temporär über die gestiegene Akkulaufzeit freuen. Ab dem 16. September soll die zusätzliche Ladekapazität wieder gesperrt werden. Wer sich bis dahin an die zusätzlichen 50 Kilometer Reichweite gewöhnt hat, muss das „Range Update“ dann wieder kostenpflichtig buchen – für 2000 US-Dollar.