Tesla könnte die Führung von SolarCity im amerikanischen Solarmarkt aufgeben

Motley Fool Investmentanalyst

Als Tesla (WKN:A1CX3T) im Herbst 2016 2,6 Milliarden US-Dollar für SolarCity ausgab, wurde es als Zusammenschluss zweier Energieunternehmen verkauft, die für die Zukunft konzipiert waren. Unter Tesla konnten Elektroautos und Solarpaneele zusammen verkauft werden, und SolarCity konnte die Powerwalls für die Energiespeicherung leichter in diese Systeme integrieren. Zusätzlich hätte es die Unterstützung eines viel größeren Unternehmens.

In Wirklichkeit hat Tesla SolarCity auf einen Bruchteil seiner früheren Größe geschrumpft. Tesla wird in Kürze von SunPower (WKN:A1JNM7), Sunrun (WKN:A14V1T) und Vivint Solar (WKN:A12AWB) auf dem Solarmarkt für Wohnhäuser und Unternehmen überrundet werden. Es ist schwer, einen Vorsprung  im Solarbereich so schnell abzugeben, doch Tesla hat es trotzdem geschafft.

Tesla lässt es sein

Tesla installierte im dritten Quartal 2017 109 Megawatt (MW) an dezentralen Solaranlagen — 36 % weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig entlässt Tesla Vertriebsmitarbeiter und andere nicht offengelegte Positionen im ehemaligen SolarCity-Geschäft und startet eine unerprobte Strategie, Solar in den Autohäusern zu verkaufen.

Da Tesla seinen Solarbereich geschlossen hat, haben Wettbewerber wie SunPower, Vivint Solar und Sunrun ihr Geschäft kontinuierlich verbessert und sogar ausgebaut. Im dritten Quartal installierte SunPower weltweit 70 MW an Solaranlagen in privaten Haushalten und 91 MW in gewerblichen Solaranlagen. SunPower schlüsselt seine Ergebnisse zwar nicht nach Ländern auf, aber man kann mit Sicherheit sagen, dass die USA der größte Markt waren.

Sunrun sagte, dass man erwartet, im dritten Quartal 88 MW zu installieren. Im zweiten Quartal waren es noch 76 MW gewesen. Wenn es ein Unternehmen gibt, das in den nächsten Quartalen Tesla überholen könnte, dann ist es Sunrun.

Vivint Solar prognostiziert für das dritte Quartal 46-52 MW an Installationen. Das ist weniger als bei den anderen drei, jedoch immer noch beeindruckend. Während Tesla seine führende Position aufgibt, sieht man deutlich, wie Vivint sein Geschäft weiter ausbaut.

Tesla sollte mehr im Solarbereich machen und sich nicht davon trennen

Es ist erstaunlich, dass Tesla seine Führung im Solarbereich aufgibt, dabei hätte dieser Bereich so viele Vorteile für das Unternehmen bieten können. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die Elektroautos fahren, viel eher daran interessiert sind, Solaranlagen in ihren Häusern zu installieren und umgekehrt. Der Verkauf dieser Produktlinien hätte für das Unternehmen einen Vorteil darstellen können.

Stattdessen ist Tesla im Begriff, seine Führung an Sunrun und/oder SunPower abzugeben. Das ist nicht nur schlecht für Tesla, das 2,6 Milliarden US-Dollar für SolarCity ausgegeben hat, es könnte auch wichtig für die nächste Generation der Solar- und Energiespeicher-Produkte sein. Wechselrichter und Energiespeichersysteme werden ja auch irgendwie aufgeladen werden müssen und sich an die Gegebenheiten der Eigenheimbesitzer anpassen müssen. Die Solarinstallation wird der Dreh- und Angelpunkt dieses Angebots sein, nicht der Elektroauto-Hersteller. Tesla gibt eine starke Position und einen Marktanteil auf, der im Solarbereich für Privathaushalte früher bei 40 % lag. Das hätte die nächste Generation integrierter Energielösungen vorantreiben können.

Solar, Speicher und Elektroautos aus einer Hand ist ein Markt, den Tesla hätte dominieren können. Stattdessen verzichtet das Unternehmen auf seine Rolle als Vorreiter im Wettbewerb und verzichtet dabei auf viel Wachstumspotenzial.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und am 12.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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