Tesla soll Lieferanten um Rückerstattungen gebeten haben, um Profit zu machen


Tesla hat einige seiner Lieferanten gebeten, einen Teil der vorherigen Zahlungen des Autobauers zurückzuerstatten. Die Anfrage macht deutlich, dass der amerikanische Elektrobauer mit Hochdruck versucht, den Betrieb während einer kritischen Produktionsphase aufrechtzuerhalten.

Die Firma mit Sitz in Kalifornien soll seine Lieferanten um Rückzahlungen von Geld gebeten haben, um der Firma zu helfen, rentabel zu werden. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, welches Tesla an einen seiner globalen Lieferanten letzte Woche geschickt haben soll, berichtet das „Wall Street Journal“.

Tesla soll den Lieferanten darin auffordern, einen „beträchtlichen“ Geldbetrag seiner Zahlungen seit 2016 zurückzugeben. In der Anfrage soll auch vermerkt sein, dass dies „wesentlich“ für Teslas weiteren Betrieb wäre. Die Rückerstattung wäre eine „Investition“ in die Autofirma, um das langfristige Wachstum beider Seiten sicherzustellen.


Tesla soll in dem Schreiben angegeben haben, dass alle Lieferanten gebeten wurden, dem Unternehmen zu helfen, rentabel zu werden. Es ist jedoch unklar, wie viele um einen Rabatt auf vertraglich vereinbarte Preise rückwirkend gebeten wurden.

Die überraschende Anfrage wirft Fragen über den Bestand liquider Mittel der Firma und die Zukunft von Tesla auf. Noch vor wenigen Monaten hatte Musk beteuert, Tesla werde 2018 kein zusätzliches Kapital brauchen. Entsprechend empfindlich reagierten die Anleger – der Wert der Tesla-Aktie sank vorbörslich um vier Prozent.

Auch auf die jüngsten Meldungen reagiert Tesla-Chef Elon Musk mit Unverständnis. Es gehe nur um Kosten, die das dritte Quartal und darüberhinaus beträfen. „Es wäre nicht korrekt, Einsparungen aus der Vergangenheit für das laufende Quartal geltend zu machen“, twitterte er. Auch einige Lieferanten, die wegen des Berichts kontaktiert wurden, sagten, sie wüssten nichts von einer solchen Anfrage.

Das Unternehmen erklärt aber, dass Rabattanfragen ein üblicher Bestandteil der Beschaffungsverhandlungen seien. Vor allem, da momentan die Produktion des Model 3 hochgefahren werden soll. Derzeit werden wöchentlich 5000 Fahrzeuge des erschwinglichen Elektromodells produziert. Tesla will nun innerhalb des nächsten Monats 6000 pro Woche zu erreichen und strebt längerfristig das ursprüngliche Ziel von rund 8000 pro Woche an.



Als Teil von Teslas Versuch, profitabel zu werden, entließ CEO Elon Musk im Juni zudem neun Prozent seiner Belegschaft.

Letzten Monat schrieb der 47-jährige Chef in einer E-Mail an seine Mitarbeiter: „Was uns antreibt, ist unsere Mission, den Übergang der Welt zu nachhaltiger, sauberer Energie zu beschleunigen, aber wir werden diese Mission niemals erreichen, wenn wir nicht schließlich beweisen, dass wir nachhaltig profitabel sein können. Das ist eine berechtigte Kritik an der bisherigen Geschichte von Tesla.“