Warum die Tesla-Aktie sieben Prozent verlor

Für Tesla läuft es alles andere als gut: Die Aktie des US-Konzerns ist am Dienstag um 7,2 Prozent auf einen Preis von 310,86 US-Dollar abgestürzt und verzeichnete damit den größten Kurssturz seit März. Mehr als fünf Milliarden Euro Marktwert gingen dem E-Auto-Hersteller so in den vergangenen beiden Tagen verloren. Damit ist das Unternehmen wieder weniger wert ist als der US-Autohersteller General Motors.

Dabei hatte Tesla-Chef Elon Musk sein Produktionsziel von 5.000 Model-3-Fahrzeugen in einer Woche sogar erreicht. Die Zweifel am Erfolgsmodell seien damit aber nicht zerstreut, sagte ein Händler nach dem Absturz der Aktie. Analysten warnten, es gebe weiterhin viele Fragen.

Beispielsweise nach dem Wie: Mit Extraschichten und Wutausbrüche hat Musk offenbar seine Mitarbeiter zu diesem Produktionsziel getrieben. Ein Tesla-Arbeiter hatte in der vergangenen Woche von massenhaften Überstunden und verpflichtenden Wochenendschichten berichtet. „Die Manager und Leiter gehen herum und sagen, ,wenn du nicht kommst, wirst du aufgeschrieben'“, sagte er. Ein weiterer Mitarbeiter erzählte, bei technischen Problemen habe Musk, der zum Teil in der Fabrik übernachtete, seine Ingenieure regelrecht angeschnauzt.

So passierte zwar Sonntagfrüh nur wenige Stunden nach Ende des zweiten Quartals der 5.000. Model-3-Wagen binnen sieben Tagen die letzte Qualitätskontrolle, doch die Zahl der von Tesla insgesamt ausgelieferten Fahrzeuge blieb mit 40.740 im zweiten Quartal recht deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Schnitt hatten Experten mit 49.000 produzierten Fahrzeugen gerechnet.



Hinzu kommt eine weitere Hiobsbotschaft für Musk. Sein Chefingenieur Doug Field hat den Konzern verlassen, wie am Montag durch ein Dokument der Börsenaufsicht SEC bekannt geworden war. Tesla hat den Abgang mittlerweile bestätigt. Bis vor gut zwei Monaten steuerte Field die Fahrzeugentwicklung in der Fabrik in Fremont und galt als eine der Schlüsselfiguren bei Tesla. Musk hatte ihm im vergangenen Jahr auch die Aufsicht über die Produktion übertragen, übernahm sie dann aber im April selbst.

Mitte Mai hatte der Auto-Manager Field überraschend eine Auszeit genommen, um „Kraft zu tanken und Zeit mit seiner Familie zu verbringen“, wie es offiziell hieß. Allerdings kehrte er nicht zurück. Berichte darüber, dass Field wegen der Produktionsprobleme Platz machen musste, ließ Musk dementieren. Zuletzt hatte er selbst die Produktion des Model 3 gesteuert.

Erst einige Tage zuvor hatte Musik seinen Chief Information Officer Gary Clark entlassen. Clark war Nachfolger von Teslas Chief Information Officer Jay Vijayan. Der hatte das Unternehmen nach langen Jahren im Januar 2016 verlassen. Zu Beginn dieses Jahres verließ außerdem Teslas Chefbuchhalter Eric Branderiz das Unternehmen. Musk hatte im Juni angekündigt, das Management auszudünnen. Es war bekannt geworden, dass Tesla bis zu neun Prozent der Belegschaft entlassen müsse.

Mit Material von Bloomberg.