Terrorvorwurf gegen neun türkische Staatsbürger in Griechenland

Eine griechische Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch strafrechtliche Schritte gegen neun türkische Staatsbürger wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer linksgerichteten Terrororganisation eingeleitet. Wie aus griechischen Justizkreisen verlautete, werfen die Ermittler den kurdischstämmigen Menschen auch Bombenbau und unerlaubten Waffenbesitz vor. Griechenlands Polizeiminister Nikos Toskas hatte am Dienstag erklärt, bisher gebe es keine Beweise dafür, dass die Verdächtigen einen Anschlag auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan planten, der kommende Woche zu einem historischen Staatsbesuch in Athen erwartet wird.

Den Verdächtigen - acht Männer und eine Frau - wird die Mitgliedschaft in der linksextremistischen Vereinigung DHKP-C vorgeworfen. Die DHKP-C ist in der Türkei sowie in vielen europäischen Staaten, darunter auch in Deutschland, verboten. Nach Polizeiangaben wurden die Verdächtigen am Dienstag bei Razzien in Athen verhaftet. Demnach wurden dabei eine Pistole, Zündvorrichtungen und Material gefunden, das für den Bombenbau genutzt werden kann.

Über Jahrzehnte flüchteten Mitglieder von kurdischen Gruppierungen nach Griechenland. Zudem hat Athen zum Ärger der Türkei acht türkische Soldaten aufgenommen, die türkischen Angaben zufolge am Putschversuch von Juli 2016 beteiligt gewesen sein sollen. Das Land hat wegen Gebietsstreitigkeiten ein angespanntes Verhältnis zur Türkei.

Der Griechenland-Besuch von Erdogan, der für den 7. und 8. Dezember geplant ist, gilt als historisch. Es handelt sich dabei um den ersten Besuch eines türkischen Staatsoberhauptes in Athen seit 65 Jahren.