Terrorverdächtiger Tunesier kommt in Abschiebehaft

Trotz der Aufhebung seines Haftbefehls kommt ein terrorverdächtiger Tunesier vorerst nicht auf freien Fuß. Das Amtsgericht Frankfurt am Main ordnete am Freitag Abschiebehaft zunächst bis zum 23. Oktober an, wie die Anwältin des Manns, Seda Basay-Yildiz, sagte. Sie kündigte an, dagegen Beschwerde einzulegen. Der Bundesgerichtshof hatte am Donnerstag den Haftbefehl gegen den Verdächtigen aufgehoben.

Die Ausländerbehörde der Stadt Frankfurt beantragte daraufhin Abschiebehaft, damit er nicht auf freien Fuß kommt. Der Tunesier war am 1. Februar im Zuge einer Großrazzia in Hessen festgenommen worden. Er soll in Deutschland ein Netzwerk für einen Anschlag aufgebaut haben, konkrete Pläne für ein Attentat gab es nach Ermittlerangaben aber noch nicht.

Der Mann soll zudem mitverantwortlich für den Anschlag auf das Bardo-Museum in Tunis sein. Eine Abschiebung in sein Heimatland scheiterte aber bislang. Ende Juli gab das Verwaltungsgericht Frankfurt einem Eilrechtsschutzantrag des Manns statt.

Bei dem Anschlag auf das Museum im März 2015 in der tunesischen Hauptstadt waren 21 ausländische Touristen getötet worden. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat.