Terrorfinanzierung: Pakistan trotz Reformen weiter unter Beobachtung

PARIS/ISLAMABAD (dpa-AFX) - Pakistan könnte bald von einer Liste von Ländern gestrichen werden, die zu wenig gegen Terrorfinanzierung unternehmen. Dies teilte die internationale Arbeitsgruppe gegen Geldwäsche, die so genannte Financial Action Task Force (FATF), am Freitag mit.

Angegliedert an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung spricht das Expertengremium Empfehlungen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung aus. Der Beobachtungsstatus eines Staates hat unter anderem Einfluss auf die Kreditvergabe auf den Finanzmärkten.

"Pakistan hat bewiesen, dass es jetzt die Terrorismusfinanzierung verfolgt und Ermittlungen und Strafverfolgungen gegen hochrangige Führer der von den Vereinten Nationen benannten terroristischen Gruppen einleitet", sagte der Präsident des Gremiums, Marcus Pleyer.

Demnach hat Pakistan inzwischen alle 34 geforderten Maßnahmen umgesetzt. Die FATF will nun ein erfahrenes Team in die südasiatische Atommacht schicken, um die Umsetzung der Reformen zu prüfen. "Das Land wird von der Liste gestrichen, wenn es den Vor-Ort-Besuch erfolgreich bestanden hat", sagte Pleyer.

Die FATF hatte Pakistan 2018 auf die "graue" Beobachtungsliste gesetzt. 2020 verhängte das Land Sanktionen gegen mehrere extremistische Gruppen und deren Anführer. Betroffen waren unter anderem hochrangige Mitglieder der militant-islamistischen Taliban, des Terrornetzwerkes Al-Kaida sowie der Terrormiliz Islamischer Staat. Mehrere Länder hatten Pakistan in der Vergangenheit vorgeworfen, zu wenig im Kampf gegen Terrorismus zu unternehmen. Auch Pakistan selbst litt unter massiver Gewalt durch extremistische Gruppen.

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