Terrorabwehr: Kölner und Frankfurter Messen verschärfen Sicherheitsanforderungen

Die Frankfurter Polizei prüft auf der IAA Tausende Mitarbeiter.

Viele Messen haben in den vergangenen Monaten wegen der veränderten Sicherheitslage die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. Die Kölner Messe investierte bereits im vergangenen Jahr rund eine Million Euro mehr in entsprechende Vorkehrungen. Auch in diesem Jahr wird nach Angaben eines Sprechers sicher nicht weniger ausgegeben. Taschenkontrollen gehören vielerorts schon zum Standard.

In Frankfurt wurden die Regelungen für Aussteller derzeit deutlich verschärft: Auf der Automobilmesse IAA muss in diesem Jahr nun neues Personal, das beim Aufbau sowie während der Veranstaltung auf dem Gelände tätig ist, zuvor einer „Zuverlässigkeitsüberprüfung“ durch die Polizei zustimmen. Das gilt für alle Mitarbeiter, die weniger als ein Jahr bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind.

Solche „Zuverlässigkeitsüberprüfungen“ sind in besonders sicherheitsrelevanten Beriechen wie etwa Flughäfen schon lange üblich und gehen weit über das bekannte „polizeiliche Führungszeugnis“ hinaus. Der Hintergrund: Man will verhindern, „dass Personen in sicherheitsrelevanten Bereichen tätig werden, bei denen zu befürchten ist, dass sie eine Gefährdung für die Gesamtveranstaltung darstellen können“, heißt es in einem Begleitschreiben für IAA-Aussteller.

Die hessische Polizei prüft nicht nur, ob die jeweiligen Mitarbeiter schon einmal strafrechtlich verurteilt wurden. Es flößen auch „Erkenntnisse aus den Bereichen Staatsschutz- und Rauschgiftkriminalität oder der organisierten Kriminalität ein“, heißt es in einem Begleitschreiben an Arbeitgeber. Ein erheblicher Rechercheaufwand der allein im Fall der IAA Tausende Mitarbeiter und Dienstleister betrifft – vom Messebauer über den Aussteller bis hin zum Caterer, der an den Messeständen Kaffee serviert.

Da der Automobilverband VDA Veranstalter der Messe ist, wurden die Regelungen zwar mit der Frankfurter Messe abgestimmt, aber vom VDA mit der Polizei vereinbart, betont ein Sprecher der Frankfurter Messe.

Überprüfung üblich

Eine solche Überprüfung sei bereits bei mehreren Messen üblich, Man nehme Sicherheitsempfehlungen der Behörden ernst. Auch der VDA betont, man stimme sich hier eng mit den Behörden ab.„Die Sicherheitslage wird vor dem Hintergrund einer möglichen extremistischen Bedrohung immer wieder einer neuen Bewertung unterzogen“, teilt dazu die Polizei in Frankfurt auf Anfrage mit. Konkrete Erkenntnisse zu einem Bedrohungsszenario lägen nicht vor. „Gleichwohl wurde hier ein neuer Baustein installiert“, sagte ein Sprecher. Bei der IAA handele es sich schließlich um eine der größten Messen im Bundesgebiet.

„In der Tat haben sich die Aufwendungen für die Gewährleistung der Sicherheit von Ausstellern und Besuchern auf Messen in Deutschland in der letzten Zeit erhöht“, bestätigt auch Harald Kötter vom Messeverband Auma. Die jeweiligen Maßnahmen treffen die Messegesellschaften im Einzelfall in enger Abstimmung mit der örtlichen Polizei.“

„Auch bei der Koelnmesse werden bestimmte Funktionen und Personen einer vergleichbaren Prüfung unterzogen“, sagt Unternehmenssprecher Guido Gudat. Dies gilt insbesondere dann, wenn hochrangige Gäste erwartet werden wie etwa die Bundeskanzlerin.

„In welchem Umfang das geschieht hängt damit unter anderem von den Protagonisten und auch vom vorgesehenen Programmablauf ab und richtet sich immer nach den Vorgaben der Behörden, in diesem Fall des BKA“, so Gudat.

Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen betreffen nicht nur das Personal auf Messen, sondern auch Besucher: Für kostümierte Gamescom-Besucher gibt es sogar klare Vorgaben für Schaumstoffnachbildungen von Waffen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta