Terminstreit im Handball: Löwen gehen auf Konfrontationskurs

Terminstreit im Handball: Löwen gehen auf Konfrontationskurs

Im Terminstreit um die Austragung des Achtelfinales in der Champions League geht der deutsche Meister Rhein-Neckar Löwen auf Konfrontationskurs mit dem Europäischen Handball-Verband EHF. Dieser hatte zuvor wegen der Terminkollision einen Heimrechte-Tausch angeordnet, den die Löwen allerdings ablehnten.
Nun droht das Duell in der Königsklasse gegen KS Vive Kielce am 24. März (16.00 Uhr) zur sportlichen Farce zu verkommen. Der deutsche Meister plant, seine zweite Mannschaft in Polen antreten zu lassen. Rekordmeister THW Kiel, der gegen den ungarischen Meister Pick Szeged antreten muss, hat dem Tausch dagegen zugestimmt und spielt zunächst am 21. März daheim gegen Pick Szeged.
"Uns bleibt nach dieser Ansetzung nichts anderes übrig, als unsere zweite Mannschaft nach Polen zu schicken. Wir sind uns darüber bewusst, dass es damit leider zu keinem sportlich fairen Vergleich im Achtelfinale zwischen Kielce und den Rhein-Neckar Löwen mehr kommen wird", sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann, "dies wird besonders dem Wettbewerb und Ansehen der Champions League schaden. Das tut uns sehr leid, aber wir werden aktuell durch die Haltung der Verbände zu diesem Schritt gezwungen." Ein Tausch des Heimrechts sei zudem nicht möglich, weil am geforderten Mittwoch keine Halle zur Verfügung stehe.
Hintergrund ist, dass für den 24. März das Bundesliga-Topspiel zwischen Kiel und den Löwen angesetzt wurde. Dieses wird live in der ARD übertragen und verspricht wegen der fehlenden Konkurrenz durch die spielfreie Fußball-Bundesliga eine hohe TV-Quote. Allerdings erfolgte die Ansetzung ohne Rücksicht auf die Champions League. Am Mittwoch terminierte die EHF nun die Begegnungen in der Königsklasse ebenfalls auf den 24. März und ordnete einen Heimrechtetausch an. 
"Dieser Heimrecht-Tausch führt die sportliche Wertigkeit der gesamten Gruppenphase ad absurdum und wird dem Einsatz unserer Mannschaft für das Heimrecht im Rückspiel in keinster Weise gerecht", sagte THW-Sportchef Viktor Szilagyi. Der Tausch sei "nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein emotionaler und wirtschaftlicher Schlag."
Die Entscheidung zwischen Kiel und Szeged über das Weiterkommen fällt dann am Sonntag, 1. April (17.00 Uhr), in Ungarn. Die Löwen empfangen am gleichen Tag Kielce (19.00). Beide deutsche Gegner hatten zuvor abgelehnt, ihre Heimspiele am 21. oder 22. März auszutragen.