Angebliche E-Mail verstärkt Sorge um verschwundene Tennisspielerin Peng Shuai

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Peng Shuai wurde seit zwei Wochen nicht mehr gesehen (AFP/GREG BAKER)

Eine angebliche E-Mail von Peng Shuai hat die Sorge um die nach Missbrauchsvorwürfen gegen einen hochrangigen Politiker verschwundene chinesische Tennisspielerin wachsen lassen. Die von chinesischen Staatsmedien veröffentlichte Nachricht habe die Beunruhigung nur verstärkt, erklärte der Verband der Profi-Tennisspielerinnen (WTA) am Mittwochabend und zweifelte die Echtheit der Mail an. Peng hatte vor zwei Wochen Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren chinesischen Vize-Regierungschef Zhang Gaoli erhoben - seitdem ist sie aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Peng habe "unglaublichen Mut bewiesen", erklärte WTA-Chef Steve Simon. "Ihr Vorwurf des sexuellen Angriffs muss respektiert sowie mit voller Transparenz und ohne Zensur untersucht werden."

Die frühere Doppel-Weltranglistenerste und Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open hatte Anfang des Monats im Onlinenetzwerk Weibo geschrieben, dass Zhang sie zum Sex gezwungen habe. Der Eintrag wurde schnell wieder gelöscht, die 35-Jährige wurde seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

Die chinesischen Behörden äußerten sich auch auf Nachfrage nicht zu Pengs Verbleib. Bei Twitter wurde unter dem Schlagwort "#WhereIsPengShuai" ("Wo ist Peng Shuai?") eine Suchaktion gestartet, an der sich unter anderen die japanische Top-Spielerin Naomi Osaka beteiligte.

Der staatliche chinesische Sender CGTN veröffentlichte auf Twitter am Mittwoch aber einen Screenshot einer E-Mail, die Peng an Simon und andere Verbandsvertreter geschrieben haben soll. In dieser E-Mail erklärte Peng demnach, dass ihre Missbrauchsvorwürfe "nicht wahr" seien und dass sie sich "zu Hause ausruht und alles in Ordnung ist".

Twitter-Nutzer und auch Simon zweifelten die Echtheit der E-Mail jedoch an. "Die heute von chinesischen Staatsmedien veröffentlichte Erklärung zu Peng Shuai vergrößert nur meine Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit und ihres Aufenthaltsortes", erklärte der WTA-Chef. "Es fällt mir schwer zu glauben, dass Peng Shuai die E-Mail, die wir erhalten haben, tatsächlich geschrieben hat."

Simon hat nach eigenen Angaben wiederholt und auf verschiedene Arten versucht, Peng zu erreichen - bisher allerdings vergeblich. Er forderte nun "unabhängige und überprüfbare Beweise dafür, dass sie in Sicherheit ist".

jes/ju

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