Tennis: Das große Scheitern in New York

Alexander Zverev ist nach dem Aus kritisch mit sich

New York.  Als Alexander Zverev am Mittwochabend um 21.47 Uhr Ortszeit den Grandstand-Platz der US Open verließ, da erschien die Szenerie leicht bizarr. Zverev wirkte keineswegs verbittert, der 20-Jährige winkte mit ausladender Geste ins Publikum, ehe er wegmarschierte. Er machte gute Miene zum bösen Spiel, er sah nicht nicht wie ein Verlierer aus, aber er war einer. Der prominenteste Verlierer in der Herrenkonkurrenz überhaupt bisher.

Überraschend verabschiedete sich schon in Runde zwei der Tennisprofi, der nach dem Eindruck der meisten Experten und Profikollegen und auch nach eigener Wahrnehmung ganz oben auf der Liste der Pokalkandidaten stand. Aber die Zahlen auf der Anzeigetafel sprachen eine unbarmherzige Sprache nach dem 6:3, 5:7, 6:7 (1:7), 6:7 (4:7) gegen den Kroaten Borna Coric. An Selbstkritik, an schonungsloser Analyse war nach dem Absturz kein Mangel: "Das ist eine riesige Ernüchterung. Das tut weh", sagte Zverev, "ich habe viel zu vorsichtig gespielt, das war der Wahnsinn." Seinen Level bei diesem Turnier nannte er "schlicht katastrophal."

Ihm fehlte der letzte Biss

Ganz verschwunden ist der Name Zverev bei diesem Grand Slam noch nicht: Mischa, der 30-jährige Bruder, gewann fast zeitgleich eine Fünf-Satz-Nervenschlacht gegen den Franzosen Benoit Paire. Auch ihn ließ die Pleite für den Jüngeren nicht kalt: "Es wird dauern, bis er darüber wegkommt. Vielleicht hat ihm der letzte Biss gefehlt, vielleicht war er zu selbstsicher." Er selbst muss nun die Familienehre verteidigen, zu...

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