Mit Temperieranlagen: KVB will Großteil der Bahnflotte austauschen

Viele der momentan fahrenden Bahnen sind bereits in die Jahre gekommen.

Die vier ältesten Bahnen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) drehen bereits seit 40 Jahren ihre Runden auf dem städtischen Schienensystem. Doch auch die übrige Flotte ist teils in die Jahre gekommen. 100 der insgesamt 382 Züge  sind seit mehr als 20 Jahren im Einsatz. Deshalb arbeitet die KVB an einem umfangreichen Austauschprogramm, das bis zum Jahr 2040 durchgeplant wird.

„Es geht nicht darum, den kompletten Fuhrpark zu ersetzen“, sagte Technik-Vorstand Jörn Schwarze im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Vielmehr handele es sich um einen fortlaufenden Prozess. „Fahrzeuge, zum Beispiel aus der 5000er Serie, die erst seit sechs beziehungsweise sieben Jahren im Dienst sind, bleiben das auch, denn die Lebensdauer einer Bahn liegt im Schnitt bei 30 bis 40 Jahren.“

40 Fragen an die Hersteller

Im Fokus stehen  daher vor allem die ersten in Köln eingesetzten Niederflur-Fahrzeuge der 4000er Serie sowie die 2300er Hochflur-Bahnen – beide Modelle sind zum Teil bereits seit 22 Jahren für die KVB unterwegs. „Um keine Engpässe zu bekommen, müssen wir weit in die Zukunft denken“, sagte Schwarze. In einem ersten Schritt hat die KVB im März 2015 gemeinsam mit der Düsseldorfer Rheinbahn beim Hersteller Bombardier 62 neue Hochflur-Bahnen bestellt – 20 davon gehen nach Köln, 42 nach Düsseldorf. Die Auslieferung ist für 2020 geplant.

Um für die weiteren Einkäufe einen Auftrag erteilen zu können, muss die KVB zunächst ein Leistungsverzeichnis erstellen. Deshalb werden zurzeit möglichst viele Hersteller  kontaktiert. Die KVB stellt ihnen 40 Fragen, um herauszufinden, wie die Stadtbahn der Zukunft aussehen könnte. Dabei geht es unter anderem um die produzierten Geräusche und das Gewicht, da ein Fahrzeug mit einer Achslast von mehr als zehn Tonnen die Rheinbrücken nicht überqueren darf. Es stellt sich  zudem die Frage,  ob die Bahnen  zu den in Zukunft verlängerten Bahnsteigen der Ost-West-Stadtbahn passen. KVB-Chef Jürgen Fenske hat bereits angekündigt, nicht drei Bahnen aneinanderkoppeln, sondern zwei längere Züge miteinander verbinden zu wollen.

Alle Züge mit Temperieranlage

Die KVB will alle künftigen Fahrzeuge mit einer Temperieranlage ausstatten lassen, die im Sommer für kühlere Luft im Inneren sorgt. Auf den Einbau von WLAN-Systemen für die Kunden will die KVB aber weiterhin verzichten. Die Technik könne bereits jetzt nicht mit aktuellen Mobilfunk-standards wie LTE mithalten  und habe daher keine Zukunft.

„Derzeit gibt es noch keine konkreten Planungen und Beschlüsse“, so Schwarze. Klar sei nur, dass nicht alle Aufträge an ein Unternehmen gehen und nicht alle Bahnen  auf einmal bestellt werden. Ein Hersteller könne pro Jahr höchstens 24 Fahrzeuge liefern. Läuft alles nach Plan, könnte 2022 ein Prototyp getestet...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta