Telekom zieht sich von der Cebit zurück


Die Deutsche Telekom zieht sich als Aussteller von der IT-Messe Cebit zurück. Sie hatte jahrelang einen der größten und populärsten Stände bei der Branchenschau in Hannover. Nun will sich die Telekom auf die Industriemesse „Hannover Messe“ im April fokussieren, bestätigte der Konzern dem Handelsblatt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Telekommunikationsanbieter angekündigt, sein Engagement auf der Cebit überdenken zu wollen. Die Messe war einst weltweit die größte ihrer Art. In Spitzenzeiten Anfang des Jahrhunderts kamen rund 800.000 Besucher. Doch in den vergangenen Jahren war diese Zahl deutlich zurückgegangen. 2017 waren es noch rund 200.000.

Der Veranstalter, die Deutsche Messe AG, hatte daraufhin angekündigt, ein neues Konzept für die Cebit zu entwickeln. Es war unter den Ausstellern auch darüber spekuliert worden, ob es nicht sinnvoll sei, die Cebit und die Hannover Messe zusammenzulegen. Allerdings hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede zur Eröffnung der Messe 2017 bereits dagegen ausgesprochen.


Die laut Veranstaltern „neue Cebit“ nennt sich nun „Europas Business-Festival für Innovation und Digitalisierung“. Sie findet in diesem Jahr zum ersten Mal nicht im Frühjahr, sondern im Sommer, vom 11. bis 15. Juni, statt. Mit einem neuen Markenauftritt will die Messe ihre veränderte Orientierung unterstreichen. „Nur der Name Cebit ist geblieben“, hatte Oliver Frese, Cebit-Vorstand bei der Deutschen Messe AG, dazu erklärt.

Die Telekom sieht das durchaus positiv: „Wir stimmen mit der Messegesellschaft überein, dass eine Neupositionierung der Cebit begrüßenswert ist, und begleiten den Prozess weiter konstruktiv“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt. „Ob und wie sich die Telekom in einer alternativen Form bei der Cebit 2018 zeigt, entscheiden wir zu einem späteren Zeitpunkt.“ Die Deutsche Messe AG erklärte derweil, der Konzern habe gegenüber den Veranstaltern bereits zugesichert, sich auch ohne Stand weiter beteiligen zu wollen. Viele weitere Unternehmen, wie SAP, Vodafone oder IBM hätten auch schon zugesagt.