Telekom erhöht Dividende - T-Aktie endlich mal aufwärts

Martin Mrowka
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Deutsche Telekom: Analyst empfiehlt zum Kauf - aber T-Aktie rutscht ab

Eine positive, wenn auch nicht überraschende Nachricht pusht die T-Aktie am Montag nach oben: Der Bonner Telekommunikations-Riese hat bekräftigt, seine Dividende zu erhöhen - kontinuierlich. Die ohnehin attraktive Dividendenrendite würde sich weiter verbessern. Zudem gab es neue Gerüchte, die Telekom könne mit der niederländischen Orange fusionieren. Aktionäre greifen bei der Telekom-Aktie heute zu.

Es war ein Trauerspiel. Während die Wirtschaft in Deutschland boomt, der Deutsche Aktienindex DAX sich kontinuierlich nach oben hangelt, schlägt das Schwergewicht Telekom an der Börse im vergangenen Jahr die Gegenrichtung ein. Nach einem Zwischenhoch bei 18 Euro im Mai 2017 sackte der Kurs der T-Aktie in den vergangenen Monaten immer weiter ab. Zuletzt wurde bei 14,36 Euro ein Jammer-Tief erreicht - der tiefste Stand seit November 2016.

Verkauf der US-Tochter bleibt eine Option

Dabei laufen die Geschäfte der Deutschen Telekom eigentlich stabil. Nach wie vor ist T-Mobile US ein Gewinngarant. Zwar ist der geplante Zusammenschluss mit Sprint in Amerika gescheitert. Doch Telekom-Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt machte nun klar, dass es "überhaupt keinen Drang" gebe, die USA zu verlassen. Ein Verkauf der US-Tochter bleibt aber eine Option. "Wenn jetzt jemand käme und ein Angebot auf den Tisch legt, sagen wir einmal 120 Dollar je Aktie, all Cash, dann müssten wir wohl darüber nachdenken", so Dannenfeldt.

Positive Auswirkungen erwartet der Manager indes auch von der US-Steuerreform, die sich für die Deutsche Telekom im Ergebnis nach Minderheiten mit einem "relevanten dreistelligen Millionen-Euro-Betrag" auszahlen sollte. Die eingeleitete Zinswende in den USA dürfte dagegen für den Konzern kaum Bedeutung haben. Die Telekom sei langfristig finanziert mit einem "sehr ausgewogenen Fälligkeitsprofil". Allerdings werde die Telekom, um vorzeitig abrufbare Schulden von T-Mobile US zu refinanzieren, "zwischen fünf und zehn Milliarden Euro" am Bondmarkt aufnehmen.

Martin Weiß: Kurspflege ist angesagt

Die Aktionäre können sich von alldem kurzfristig nichts kaufen. "Kurspflege wäre mal angesagt", forderte Martin Weiß, stellvertretender Chefredakteur vom AKTIONÄR heute früh in seinem Marktausblick auf DER AKTIONÄR TV. Und als hätte man ihn erhört: Laut Dannenfeldt will die Telekom ihren Free Cash Flow kontinuierlich steigern - und die Aktionäre daran teilhaben lassen. Der Manager ist zuversichtlich, schon für das laufende Jahr eine um zehn Prozent erhöhte Dividende auszuschütten - und diese Praxis auch in den Folgejahren beizubehalten. 

Auf Basis des aktuellen Kursniveaus würde einer erhöhte Ausschüttung auf 0,66 Euro je Aktie einer Dividendenrendite von gut vier Prozent entsprechen. Gleichzeitig ist das Abwärtsrisiko mittlerweile klein. Die Aktien der Deutschen Telekom legten daraufhin zu - zeitweise um mehr als drei Prozent auf 14,87 Euro. Damit rangieren sie wieder über der von charttechnisch orientierten Anlegern viel beachteten 21-Tage-Linie. Sie gilt als Indikator für den kurzfristigen Trend und verläuft bei 14,75 Euro. Sie ist zwar noch abwärts gerichtet, allerdings mittlerweile weniger steil.

Noch wichtiger ist freilich die 200-Tage-Linie, die derzeit bei 15,73 Euro verläuft. Kurz darunter trifft die Telekom-Aktie auf einen weiteren technischen Widerstand in Form eines seit vergangenen Sommer bestehenden Abwärtstrends. Erst darüber hätte das Dax-Schwergewicht charttechnische Freiheit. Fazit: Die T-Aktie bleibt für konservative Anleger haltenswert.

(Anm. der Red.: Der Chart wurde am Dienstag nachträglich eingefügt.)