Teil hungerstreikender Klimaaktivisten droht mit Flüssigkeitsverweigerung

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Hungerstreikende am Montag in Berlin (AFP/Odd ANDERSEN)

Ein Teil der nahe dem Reichstagsgebäude in Berlin hungerstreikenden Klimaaktivisten hat mit der Verweigerung von Flüssigkeitsaufnahme gedroht. Sollten die drei Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen bis zum Donnerstagabend nicht der Forderung der Gruppe nach einem öffentlichen Gespräch nachkommen, würden einige der Streikenden zusätzlich zu ihrem Hungerstreik die Aufnahme von Flüssigkeit verweigern, teilte die Gruppe am Montag mit.

"Unser Anliegen und unser Leiden sind den Kanzlerkandidat*innen offenkundig nicht wichtig genug, um deshalb ein öffentliches Gespräch mit uns zu führen", hieß es in einer Mitteilung weiter. Die Gruppe stoße bei den drei Politikern auf "eiserne Ignoranz". Vier weitere Menschen wollen den Angaben zufolge zudem von Montag an in den Hungerstreik treten.

Ein anderer Teil der Hungerstreikenden will jedoch nicht "in den trockenen Hungerstreik" gehen. Es lohne sich nicht, "den Kanzlerkandidat*innen noch mehr unseres wertvollen Lebens und unserer Gesundheit zu opfern, um sie diesen Test doch noch bestehen zu lassen", teilte dieser Teil der Klimaaktivisten mit. Sie wollten sich stattdessen in der Gesellschaft an anderer Stelle "als lebende, politische und gestaltende Individuen" einbringen.

Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte am Montag die Besorgnis um die Hungerstreikenden. Die politische Debatte um Klimaschutz sei "immens wichtig", sagte er. Sie solle aber geführt werden, "ohne dass sich eine Seite dabei selbst gefährdet". Er hoffe daher, dass es nicht "zum Äußersten" kommen werde.

Die Gruppe junger Klimaaktivisten hatte Ende August mit ihrem Hungerstreik begonnen. Sie fordert noch vor der Wahl ein öffentliches Gespräch mit den Kanzlerkandidaten von Union und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, sowie der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Die drei lehnten bislang ein öffentliches Gespräch vor der Wahl aber ab.

Ein 27-Jähriger musste bereits zweimal im Krankenhaus behandelt werden, will den Hungerstreik aber fortsetzen. Zwei weitere Teilnehmerinnen brachen aus gesundheitlichen Gründen ab.

aeh/mt

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