Tegeler See: Fähre kaputt - Schüler müssen zur Insel Scharfenberg rudern

Wenn die Scharfenberg-Fähre nicht fährt, rudern die Schüler selbst

Tegel.  Ein Reiher klatscht bei der Landung mit seinen Flügeln auf das Wasser, gleitet vor der Insel Scharfenberg gemächlich dahin. Wer auf diesem Eiland im Tegeler See zur Schule gehen will, muss von Ufer zu Ufer einen etwa 50 Meter breiten Kanal überwinden. Der Besuch am staatlichen Gymnasium und Internat ist eines der wenigen Naturabenteuer, das Berlin zu bieten hat. Wer da auf die Verlässlichkeit der beiden Fähren setzt, hofft bisweilen vergebens.

Im Januar 2017 kam es sogar zu Unterrichtsausfällen, weil tagelang zu wenig Fährpersonal zur Stelle war. Schüler mussten zu Hause lernen. Und diese Schwierigkeiten waren nicht die letzten. "Beim diesjährigen Sommercamp, das vom 21. bis zum 29. Juli stattfand, mussten sogar Viertklässler über den See rudern, um auf die Insel zu gelangen", beschwert sich der CDU-Abgeordnete Stephan Schmidt in einem Schreiben.

Er führt über die Ausfälle der Fähren Buch und verzeichnete zuletzt am 15. September eine Einstellung des Schiffsverkehrs. Auch beim Bezirksamt Reinickendorf herrscht angesichts der Pannen Unzufriedenheit. Zwar betont Schul- und Jugendstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU), dass er für die Einrichtung des Landes Berlin keine direkte Verantwortung trägt. Zugleich fordert er aber, dass sich die Anbindung der Insel verbessern muss. "Es stellt einen unhaltbaren Zustand dar, wenn Schülerinnen und Schüler häufiger selbst mit Ruderbooten auf die Insel übersetzen müssen, um ihre Schule zu erreichen", erklärt Dollase.

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