Techno-Band Scooter hat wegen Auftritts auf der Krim Ärger mit der Ukraine

Von wegen "Hyper, Hyper"

Die deutsche Techno-Band Scooter hat wegen eines Auftritts auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim Ärger mit der ukrainischen Justiz. Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, kritisierte die Einreise der Musiker zu dem Konzert scharf und drohte mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Dass der Frontmann H.P. Baxxter und Scooter alle Warnungen ignoriert und am 3. August auf die Krim illegal eingereist seien, "ist nicht nur ein Skandal, sondern auch ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen", sagte Melnyk den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Die ukrainische Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet worden.

"Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine gravierende Straftat, die weltweit geahndet wird", sagte der Botschafter weiter. Die deutsche Band war dem Bericht zufolge für einen Auftritt am Freitagabend bei dem Rockfestival ZBFest in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol angereist.

Melnyk stellte auch Baxxters Aufgabe als Juror in der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" in Frage. Die Geschäftsführung der Mediengruppe RTL Deutschland sollte sich fragen, "ob H.P. Baxxter, der gegen die Gesetze eines Landes vorsätzlich verstößt und die völkerrechtswidrige Annexion der Krim billigt, als DSDS-Juror noch überhaupt tragbar ist".

Russland hatte die Krim im Frühjahr 2014 nach einem umstrittenen Referendum ans eigene Staatsgebiet angeschlossen. Dieser Schritt wird international weitgehend nicht anerkannt, die Ukraine betrachtet die überwiegend russischsprachige Krim weiterhin als zu ihrem Staatsgebiet zugehörig. Die EU verhängte Sanktionen gegen die Krim und die dortige Regierung. Auch die USA erließen Ende Juli wegen der Krim-Annexion neue Sanktionen gegen Russland.