Techniker Krankenkasse will Zusatzbeitrag senken

Es wird billiger für Versicherte der Techniker Krankenkasse – zumindest moderat. Für 2018 soll der Zusatzbeitrag auf 0,9 Prozent gesenkt werden. Auf Dauer werden die Beiträge aber wieder steigen, meint der Kassenchef.


Die Techniker Krankenkasse will für 2018 ihren Zusatzbeitrag senken auf dann 0,9 Prozent. Millionen zahlende Mitglieder werden damit entlastet. Das kündigte der Chef der größten gesetzlichen Krankenversicherung an: „Unser Zusatzbeitrag wird auf keinen Fall steigen, ich hoffe, dass wir ihn um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent senken können“, sagte Jens Baas gegenüber der „Rheinischen Post“.

Damit wäre man weiter günstiger als der Durchschnitt der Kassen, so Baas. „0,1 Prozentpunkte weniger Zusatzbeitrag kosten uns 190 Millionen Euro. Und die Ausgaben steigen weiter. Ich bin dennoch zuversichtlich.“ Die Techniker Krankenkasse hat rund zehn Millionen Versicherte, davon 7,5 Millionen zahlende Mitglieder. Damit steht sie auf Platz eins in Deutschland, gefolgt von der Barmer Ersatzkasse und der DAK.

Möglich mache den Schritt die gute Konjunktur, erklärte der Kassenchef, das treibe die Beitragseinnahmen aller Kassen. „Besonders stark wachsen die Beträge, die von EU-Ausländern kommen. Junge Griechen, Spanier und Italiener, die hier ihr Glück suchen, haben sehr gute Deckungsbeiträge.“ Zuletzt sei die Zahl der Beitragszahler aus diesen Ländern um fast neun Prozent gewachsen.


Baas rechnet in Zukunft allerdings nicht mit sinkenden Preisen. „Auf Dauer werden die Zusatzbeiträge aller Kassen wieder steigen, und das kräftig.“ Schließlich wüchsen die Ausgaben munter weiter, und zwar stärker als die Löhne der Mitglieder, auf die die Beiträge entfielen. Grund sei zum einen der medizinische Fortschritt, aber auch das „Unvermögen der Politik, den Ausgabenanstieg zu begrenzen“.

Besonders problematisch seien die wachsenden Ausgaben für neue Medikamente. Hier „schießen die Preise rapide in die Höhe – innerhalb eines Jahres jüngst um 1.000 Euro pro Packung“, sagte der Krankenkassen-Chef der „Rheinischen Post“. Hintergrund sind die gesetzlich zulässigen Mondpreise bei neuen Medikamenten im Jahr der Einführung.