Bei den Anlegern macht sich Nervosität breit


Wegen Zweifeln an der geplanten US-Steuerreform haben Anleger an der Wall Street am Dienstag Vorsicht walten lassen. Der Dow Jones mit den Standardwerten etwa verabschiedete sich mit einem Minus von 0,45 Prozent aus dem Handel. Der am Samstag vom Senat verabschiedete Gesetzesentwurf enthält entgegen früheren Plänen eine Mindeststeuer für Unternehmen. Damit sind die Abgeordneten auf Kollisionskurs zum Repräsentantenhaus, das die Steuer streichen will. Beide Kammern müssen ihre Vorschläge in Einklang bringen, bevor Präsident Donald Trump das entsprechende Gesetz unterschreiben kann.

Investmentexpertin Lindsey Bell von CFRA Research sagte, der Markt gehe noch immer von einem Gelingen der Reform aus und davon, dass ein Steuersatz von 20 Prozent eingeführt wird. "Und das wird die Gewinne deutlich steigen lassen." Bisher ist eine Unternehmenssteuer von 35 Prozent fällig.


Der Dow Jones verabschiedete sich beim Stand von 24.180 Zählern. Der S & P 500 gab um 0,4 auf 2629 Punkte nach. Beim Nasdaq betrug das Minus 0,2 Prozent auf 6762 Stellen. In Frankfurt war der Dax um 0,1 Prozent auf 13.048 Punkte zurückgegangen.

In New York standen Aktien von Disney im Mittelpunkt. Der Unterhaltungskonzern hat im Rennen um Twenty First Century Fox nach Reuters-Informationen die Nase vorn. Allerdings sei der Rivale Comcast noch nicht aus dem Rennen. Die Papiere von Disney und Comcast gaben um 2,7 beziehungsweise zwei Prozent nach. Fox-Anteilsscheine lagen 0,3 Prozent im Minus.


An der New York Stock Exchange wechselten rund 885 Millionen Aktien den Besitzer. 1038 Werte legten zu, 1871 gaben nach, und 148 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,06 Milliarden Aktien 1038 Werte im Plus, 1902 im Minus und 217 unverändert.

US-Staatsanleihen waren gefragt. Die zehnjährigen Papiere legten um 7/32 auf 99-2/32 zu und rentierten mit 2,35 Prozent. Bei den Bonds mit einer 30-jährigen Laufzeit betrug das Plus 23/32 auf 100-10/32. Die Rendite sank auf 2,73 Prozent.

Unterdessen hat die Deutsche Börse bekannt gegeben, die Zusammensetzung der wichtigen deutschen Aktienindizes nicht anzutasten. Dies habe die vierteljährliche Überprüfung ergeben, teilte der Börsenbetreiber am Dienstagabend mit. Analysten hatten den Modekonzern Gerry Weber als Kandidaten für einen Abstieg aus dem Kleinwerte-Index SDax gesehen.