Die Tech-Branche ist zu teuer? Weshalb ich trotzdem noch Potenzial sehe

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Sparschwein
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Frank Thelen hat es jetzt auch gemacht. Wie andere Prominente vor ihm hat er einen eigenen Fonds aufgelegt. Gerade läuft die Werbetrommel für den 10XDNA – Disruptive Technologies auf Hochtouren. Am 3. September hat er den Fonds mit dem CEO des Unternehmens, Jens Giesberg, in einem Livestream auf YouTube vorgestellt und sich den Fragen von Interessenten gestellt. Jens Giesberg hat dabei die besondere Bedeutung der Bruttomarge bei der Unternehmensanalyse betont.

Er verwies darauf, „das Team ist ein großer Verfechter davon, zu sagen, die Bruttomarge ist das Wichtigste in einer ganzen Gewinn- und Verlustrechnung“. Damit sind sie auf den Spuren von Warren Buffett, der die Bedeutung der Bruttomarge ebenfalls stets betont. Bei jungen, disruptiven Geschäftsmodellen gewinnt die Kennzahl allerdings noch einmal an Gewicht. Schauen wir daher etwas genauer hin.

Bruttomarge als Hinweis auf Wettbewerbsvorteile

Bei der Bruttomarge wird das Bruttoergebnis ins Verhältnis zum Umsatz gesetzt. Dabei stellen die Herstellkosten die Differenz zwischen diesen beiden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung dar. Ein Unternehmen mit hoher Bruttomarge kann entweder hohe Verkaufspreise am Markt verlangen oder die Herstellkosten gering halten.

Beide Tatsachen sprechen für einen Wettbewerbsvorteil, wie ihn Warren Buffett liebt. Der allseits bekannte Konsumgüterkonzern Coca-Cola (WKN: 850663) konnte im zweiten Quartal 2021 eine Bruttomarge von über 62 % verzeichnen. Das heißt, dass bei Coca-Cola bei einem Umsatz von einem Euro 62 Cent für die Deckung der Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie als operativer Gewinn verbleiben.

Diese Kostenblöcke können wesentlich leichter durch das Management gesteuert werden. Selbst wenn Coca-Cola für ein Quartal keine Werbung mehr schaltet, werden die Produkte trotzdem gekauft. Der Anteil der Verwaltungskosten wächst nicht im Gleichklang mit dem Umsatz. Viele Funktionen in der Verwaltung sind nicht abhängig von den Umsätzen, daher bleiben die fixen Kosten von der Expansion unberührt.

Ein Vorzeigeunternehmen und das Gegenteil

Gerade bei disruptiven, schnell wachsenden Unternehmen ergibt der Blick auf die Bruttomarge Sinn. Die Kombination aus beiden macht den baldigen Sprung in die Profitabilität wahrscheinlich, da sich das Geschäftsmodell dann in der Regel erfolgreich skalieren lässt.

Ein gutes Beispiel dafür ist Farfetch (WKN: A2N6CB) als Onlineplattform für Luxusbekleidung. Das Unternehmen erzielt konstant eine Bruttomarge von über 45 %. Man bietet die richtigen Lösungen für die Labels und diese sind bereit, einen hohen Preis dafür zu bezahlen. Gleichzeitig erzielte man im jüngsten Quartal eine Umsatzsteigerung von 43 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Dagegen ist die Bruttomarge bei Plug Power (WKN: A1JA81), einem Star des Wasserstoff-Hypes, bis heute negativ. Plug Power verliert Geld mit jedem verkauften Produkt. Daher ist noch viel Arbeit notwendig, bis diese Technologie irgendwann profitabel in Serie gehen kann. Ob diese technologischen Sprünge möglich sind, können wohl nur die wenigsten der Investierten seriös prognostizieren.

Der Artikel Die Tech-Branche ist zu teuer? Weshalb ich trotzdem noch Potenzial sehe ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Florian besitzt Aktien von Farfetch. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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