Anteilnahme und Ratschläge für aus thailändischer Höhle gerettetes Fußballteam

1 / 2
Gerettete Jungen im Krankenhaus

Gute Wünsche, Ratschläge und Einladungen: Die aus einer Höhle gerettete thailändische Fußballmannschaft erfährt weiterhin viel Anteilnahme. Ihre Teamkollegen wünschten den Jungen am Freitag gute Genesung und die Fifa lud das Team zu einer Preisverleihung Ende September ein. Einige der chilenischen Bergleute, die 2010 in einer ähnlich spektakulären Rettungsaktion aus einer Grube befreit worden waren, warnten die Jungen davor, andere aus ihrem Erlebnis Profit schlagen zu lassen.

"Das Wichtigste ist, dass die Behörden und ihre Familien diese Kinder schützen, weil viele Menschen sie ausnutzen wollen", sagte der Chilene Luis Urzua über die zwölf geretteten Jungen und ihren 25-jährigen Trainer. Das Team werde womöglich noch Jahre brauchen, um das Erlebnis zu verarbeiten.

Urzua hatte 2010 nach einem Grubenunglück in Chile mit 32 Kollegen 69 Tage unter Tage zubringen müssen, bevor sie in einem aufwendigen und in aller Welt verfolgten Rettungseinsatz ans Tageslicht gebracht wurden. Die Geschichte der Kumpel wurde später mit Antonio Banderas verfilmt.

An den Kinokassen spielte "69 Tage Hoffnung" rund 25 Millionen Dollar (21 Millionen Euro) ein. Urzua und seine Kollegen sahen davon nach eigenen Angaben aber keinen Cent, weil sie alle Rechte an ihrer Geschichte abgetreten hatten.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die US-Produktionsfirma Pure Flix nun das Schicksal der thailändischen Fußballmannschaft verfilmen will. Außerdem wollen die Behörden den Ort der Rettung zur Touristenattraktion machen.

Urzuas Kollege Mario Sepulveda sagte der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf die elf bis 16 Jahre alten Jungen und ihren 25-jährigen Trainer: "Hoffentlich machen sie einen Film, eine Fernsehserie, einen Bestseller-Roman - aber mögen sie es gut machen, klug sein und sich nicht von Betrügern auf einen Trip mitnehmen lassen."

Derzeit werden die Jungen und ihr Trainer noch von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Nach ihrer am Dienstag abgeschlossenen Rettung sollen sie eine Woche in Quarantäne bleiben und nur von nahen Angehörigen Besuch bekommen.

Ihre Teamkollegen nahmen derweil das Training wieder auf. Nun da sie ihre Freunde in Sicherheit wüssten, seien seine übrigen Spieler guter Dinge, sagte Nopparat Khantavong, Cheftrainer der "Wildschweine", wie das sich das Team nennt, beim Training am Donnerstagabend.

Es war die erste Trainingseinheit, seitdem die zwölf Jungen und ihr Trainer am 23. Juni vermisst gemeldet worden waren. "Ich möchte den Jungs sagen, dass ich sie vermisse und dass ich sie umarmen möchte", sagte Spieler Supaghid Pragaihong. "Ich wünsche ihnen eine schnelle Genesung, so dass wir wieder zusammen Fußball spielen können."

Erst nach neun Tagen hatten zwei britische Höhlentaucher die Mannschaft gefunden. Einer von ihnen, Richard Stanton, sagte am Freitag, es sei eine "massive, massive Erleichterung" gewesen, als er durchgezählt habe und alle 13 Vermissten am Leben gewesen seien. Die Rettung des Teams sei so schwierig gewesen wie weltweit noch nie ein Einsatz in einer Höhle.

Der Vater eines der Jungen schilderte, wie Trainer Ekkapol Chantawong die Mannschaft zum Durchhalten bewegte. "Wenn die Jungen Hunger hatten, leuchtete Trainer Ek mit seiner Fackel auf die Stalaktiten und sagte ihnen, sie sollten das herunter rinnende Wasser trinken", sagte Banpot Promthep, Vater des Fußballers Duangpetch Promthep, vor Journalisten.

Der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, Gianni Infantino, sagte am Freitag in Moskau, dass das gerettete Fußballteam zur Kür der besten Spieler und Trainer 2017 am 24. September in London eingeladen sei. Damit reagierte er auf die Frage von Journalisten, ob das Team zur nächsten WM 2022 in Katar eingeladen sei. Infantinos Einladung zum WM-Finale am Sonntag hatten die 13 Geretteten nicht annehmen können, weil sie sich erst einmal erholen müssen.