TCR: Niederländer peilen Sieg an

In Oschersleben holte Langeveld den ersten Sieg für den Audi RS3 LMS


Das Timing hätte kaum besser sein können. Pünktlich zum Auftritt der ADAC TCR Germany in Zandvoort feierte Audi-Pilot Niels Langeveld beim Rennwochenende zuletzt in Oschersleben den ersten Sieg eines Niederländers überhaupt - und an seinen Premierenerfolg will Langeveld beim Heimspiel (21. bis 23. Juli) direkt anknüpfen. "Ich möchte zweimal aufs Podium", stellt der 29-Jährige klar: "Es ist mein Heimrennen, viele Freunde von mir werden da sein. Ich war noch nie mehr motiviert als jetzt!"

Damit steht Langeveld, der in Oschersleben auch dem Audi RS3 LMS den ersten Sieg in der TCR Germany beschert hatte, nicht alleine da. Alle Niederländer im Fahrerfeld wollen sich vor heimischer Kulisse besonders beweisen. Das gilt auch für Langevelds Teamkollege Maurits Sandberg, und allen voran für Dillon Koster. Er kennt den Kurs wie kaum ein anderer Pilot, schließlich ist er als Chef und Fahrer des Certainty-Teams in Zandvoort zu Hause. Geboren wurde er im wenige Kilometer entfernten Haarlem. Seine gesamte Kindheit verbrachte er im Küstenort, der für seine einzigartige Rennstrecke in ganz Europa bekannt ist.

Früher war Koster ein begnadeter Fußballer, und nur durch einen Unfall in der Jugend fand der heutige 40-Jährige zum Motorsport. "Ich suchte eine neue Herausforderung, und nach wenigen Runden auf in Zandvoort war ich mit dem Motorsport-Virus infiziert", erzählt Koster rückblickend. Und der Motorsport gab ihm neue Kraft. Über verschiedene Markenpokale führte ihn sein Weg bis in die Punkte der TCR Germany, die er 2017 gemeinsam mit dem erst 17 Jahre alten Österreicher Simon Reicher bestreitet.

Bei den beiden Rennwochenenden in Oschersleben blieb er zwar ohne Zähler, dafür holte er am Red-Bull-Ring deren zwei - und in Zandvoort soll es für Koster im Audi möglichst weit nach vorne gehen. Vielleicht sogar in Regionen, die zuletzt Langeveld erreicht hat. Auch der 29-Jährige kennt den verwinkelten Kurs hinter den Nordsee-Dünen bestens, und er hat beste Erinnerungen an Zandvoort.

"Hier bin ich 2010 und 2012 in verschiedenen Klassen Meister geworden, und überhaupt habe ich hier meine Karriere begonnen", sagt Audi-Pilot Langeveld: "Ich bin zuletzt vor zwei Jahren hier gefahren und kann es kaum erwarten, endlich nach Zandvoort zurückzukehren. Ich möchte alle Holländer glücklich machen!"

So glücklich wie zuletzt in Oschersleben, als er sich zunächst die Pole-Position für das erste Rennen und dann den Sieg im zweiten Rennen sicherte. Schon in der Motorsport Arena versprach Langeveld für Zandvoort eine große "holländische Party" - und auch die Konkurrenz hat den schnellen Sassenheimer mittlerweile auf dem Schirm. "Langeveld ist schnell und sehr angriffslustig", bestätigt Titelverteidiger Josh Files, der auch in diesem Jahr in der Meisterschaft wieder vorne ist: "Er kennt diese Strecke wohl so gut wie kaum ein anderer Pilot hier."

Vielleicht schlägt in Zandvoort aber auch die Stunde von Maurits Sandberg. Der Mann aus dem Süden der Niederlande, der Anfang Juli in Oschersleben gefehlt hatte, will beim Heimspiel endlich seine ersten Punkte iholen. Und sein Teamchef Martin Kohlhaas ist davon überzeugt, dass seine Fahrer das Potenzial dafür haben. "Wir waren sehr happy mit dem ersten Sieg in Oschersleben. Dass wir in Zandvoort zwei Holländer im Team haben, spielt uns natürlich in die Karten", sagt Kohlhaas. "Wir haben auf dem Siegerpodium die gute Luft geschnuppert. Und da wollen wir jetzt auch bleiben. In Zandvoort wird wieder Vollgas gefahren und angegriffen."

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