Taylor: "Premier League schwieriger zu gewinnen als die WM"

Niclas Löwendorf, Sven Sartison

Gut einen Monat nach dem WM-Finale im Ally Pally steigt das Darts-Fieber wieder - und das ab sofort wöchentlich! Mit der Unibet Premier League Darts startet das nach der Weltmeisterschaft wohl populärste Darts-Turnier des Jahres.


Das Besondere daran: Im Gegensatz zu allen anderen Turnieren auf der PDC-Tour, die sich in der Regel nur über wenige Tage oder - wie im Falle der WM oder des World Matchplay - wenige Wochen erstrecken, steht der Sieger der Premier League erst nach dreieinhalb Monaten und insgesamt 17 Spieltagen fest.

"Es ist ein Turnier, das man nicht mal eben so in einer Woche gewinnt. Man kann die Weltmeisterschaft in zwei Wochen gewinnen oder Blackpool in zehn Tagen. Aber die Premier League geht über drei Monate. Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon", betont Darts-Legende Phil Taylor vor dem 1. Spieltag am Donnerstagabend (Premier League Darts: 1. Spieltag aus Aberdeen, ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) im SPORT1-Interview.

Taylor geht sogar so weit zu sagen: "Daher ist es für mich schwieriger, die Premier League zu gewinnen als die Weltmeisterschaft."

Premier League neben WM wichtigstes Darts-Turnier 

Und der mit 16 Titeln unangefochtene Rekord-Weltmeister muss es wissen, denn mit insgesamt sechs Erfolgen ist Taylor zugleich der Rekordgewinner der Premier League - die ersten vier Auflagen gewann er dabei sogar in Serie. (Spielplan der Premier League Darts)

Kaum verwunderlich also, dass "The Power" bis heute eine ganz besondere Verbindung zur Premier League hat. "Es ist mein Wohnzimmer", sagt er und ergänzt: "Es ist ein schwieriges Turnier, speziell jetzt, wenn die Finals im O2 (O2 Arena in London, Anm. d. Red.) gespielt werden. Das ist ein spektakulärer Austragungsort."


Doch bis zum großen Finale in London ist es ein weiter Weg. Neun Spieltage müssen die neun gesetzten Teilnehmer überstehen, ehe die besten Acht im Anschluss weitere sieben Spieltage in der Endrunde absolvieren.

Der Sieger wird schlussendlich bei den Playoffs am 21. Mai in der englischen Hauptstadt ermittelt. Für Taylor ist die Premier League auch deshalb "neben der Weltmeisterschaft die zweite große Veranstaltung der Darts-Welt".

Van Gerwen für Taylor der Top-Favorit

Ganz heißer Titelanwärter ist auch in diesem Jahr einmal mehr Michael van Gerwen. Wie einst Taylor konnte auch "Mighty Mike" zuletzt viermal in Serie die Premier League gewinnen und steht insgesamt schon bei fünf Erfolgen. (Tabelle der Premier League Darts)

"Ich glaube, Michael ist der Favorit. Aber das Feld ist sehr ausgeglichen. Es geht über viele Wochen. Man muss viel reisen, ist viele Wochenenden weg von daheim und Michael ist auch älter geworden. Es sind nicht mehr Michael und ich über den anderen, sondern alles eher auf einem Level", lautet daher auch Taylors Prognose im Gespräch mit SPORT1.

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Dabei stellt der inzwischen 59-Jährige auch klar, dass er keinen Groll gegen van Gerwen hegen würde, sollte dieser ihn mit seinem fünften Erfolg in Serie übertrumpfen. "Nein, nein, nein. Das spielt keine Rolle für mich. Wenn er gewinnt, dann gratuliere ich ihm", kündigt Taylor an.

Neben van Gerwen nehmen auch Weltmeister Peter Wright, Gerwyn Price und Rob Cross als Top 4 der Weltrangliste an der Premier League teil, außerdem erhielten Michael Smith, Gary Anderson, Daryl Gurney, Nathan Aspinall und Glen Durrant eine Wildcard.

Taylor schwärmt von Sherrock: "Sie ist brillant"

Dazu gesellt sich auch in diesem Jahr wieder an jedem Spielort ein sogenannter "Challenger". Den Auftakt macht am 1. Spieltag in Aberdeen der Schotte John Henderson, am 2. Spieltag in Nottingham wird Fallon Sherrock gegen Durrant ans Oche in der Motorpoint Arena treten. 


Die gelernte Friseurin aus Milton Keynes hatte bei der WM Ende Dezember für Furore gesorgt und gegen Ted Evetts als erste Frau in der Geschichte ein Spiel bei einer gemischten Weltmeisterschaft gewonnen. Nach einem weiteren Sieg gegen Mensur Suljovic musste sie sich schließlich erst in der 3. Runde gegen Chris Dobey geschlagen geben.

"Ich finde, sie ist brillant. Einfach nur super. Was sie für die Frauen im Darts geleistet hat, ist beispiellos", schwärmt Taylor und betont: "Sie hat das Frauen-Darts ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht, ihm eine Plattform gegeben. Sie hat vielen Frauen gezeigt, dass sie Männer schlagen können."