Tauziehen um Besuch von ukrainischen Kriegsgefangenen geht weiter

GENF (dpa-AFX) -Das Rote Kreuz hat immer noch keinen Zugang zu allen Kriegsgefangenen, die seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine festgenommen worden sind. "Wir teilen die Frustration darüber, dass wir noch nicht zu allen Kriegsgefangenen Zugang erhalten haben", teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag in Genf mit. "Wir wissen, dass dahinter die Qualen der Familien stehen, die nicht wissen, wie es ihren Angehörigen geht." Einige Familienmitglieder von ukrainischen Kriegsgefangenen waren am Donnerstag in Genf, unter anderem um beim IKRK Druck zu machen.

Alle Staaten sind nach den Genfer Konventionen verpflichtet, dem IKRK ungehinderten Zugang zu Kriegsgefangenen zu geben. So wird die Behandlung der Menschen überwacht und sie können über das IKRK Kontakt mit ihren Angehörigen aufrecht erhalten. Dafür sind aber Sicherheitsgarantien der kriegsbeteiligten Parteien nötig, die bislang nicht erteilt wurden. In der von Russland besetzten Region Donezk stehen rund ein Dutzend Mitarbeiter für solche Besuche bereit.

Das IKRK hat einige hundert Kriegsgefangene besucht, geht aber davon aus, dass es tausende gibt. Es appelliert stets an beide Seiten, Russland und die Ukraine, diese Besuche zu ermöglichen.