Tausende Unterschriften zur Rettung der Schreibschrift übergeben

Unterschriften zur Rettung der Schreibschrift übergeben

Sprachschützer haben tausende Unterschriften zur Rettung der Schreibschrift gesammelt. An die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Susanne Eisenmann (CDU), wurden in Stuttgart mehr als 15.100 Unterschriften übergeben, wie die Zeitung "Deutsche Sprachwelt" (DSW) am Freitag mitteilte. Die KMK werde damit aufgefordert, dafür zu sorgen, dass den Kindern an Grundschulen weiterhin die Schreibschrift beigebracht wird.

Hinter der Aktion stehen neben der Sprachzeitung DSW die Aktion Deutsche Sprache (ADS) und die Neue Fruchtbringende Gesellschaft (NFG). Weitere 2100 Unterschriften hatten die Initiatoren der KMK bereits vor einigen Jahren übergeben.

"Wenn Kinder fließend und unverkrampft schreiben können, besitzen sie ein hervorragendes Werkzeug zur Aneignung von Bildung und Wissen", erklärten die Sprachschützer. "Sie erkennen Rechtschreibfehler rascher und lernen auf diese Weise, sie zu vermeiden." Kinder dürften nicht zu "Schreibstotterern" erzogen werden, indem ihnen willkürlich die Aneignung eines Kulturguts vorenthalten werde, warnten sie.

Hintergrund ist die Debatte um die sogenannte Grundschrift, die vom Grundschulverband befördert wird. Kritiker sprechen von einer "Druckschrift mit Häkchen", bei der es den Schülern überlassen bleibe, wie sie die Buchstaben verbinden - mit "entsprechend verheerenden Ergebnissen".

Die Initiatoren der Aktion Rettet die Schreibschrift wollen nun darauf hinarbeiten, dass "schriftbequeme" Länder wie Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern wieder dazu bereit sind, den Schreibschriftunterricht an den Grundschulen stärker zu gewichten.