Tausende ThyssenKrupp-Stahlarbeiter protestieren gegen Plan der Fusion mit Tata

"Weitreichende Zusagen" bei Standort- und Beschäfigungssicherung

Tausende Stahlarbeiter haben am Donnerstag im rheinland-pfälzischen Andernach gegen die Pläne von ThyssenKrupp protestiert, die Stahlsparte mit der des Konkurrenten Tata Steel zusammenzulegen. An der Kundgebung nahmen knapp 8000 Stahlarbeiter teil, wie der Sprecher der IG Metall Nordrhein-Westfalen, Mike Schürg, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Beschäftigte von ThyssenKrupp, aber auch von anderen Unternehmen seien aus ganz Nordrhein-Westfalen und auch aus dem Saarland nach Andernach gekommen.

ThyssenKrupp und Tata Steel hatten im September angekündigt, ihre Stahlaktivitäten in Europa zusammenzulegen und so den zweitgrößten europäischen Stahlproduzenten nach ArcelorMittal zu schmieden. Die Fusion in einem Joint Venture soll zum Wegfall von bis zu 4000 Jobs führen, rund die Hälfte davon bei ThyssenKrupp.

Die IG Metall fürchtet weitere Stellenstreichungen zu einem späteren Zeitpunkt sowie Standortschließungen. Der ehemalige IG-Metall-Chef Detlef Wetzel, Vize-Chef im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp Steel Europe, verlangte am Donnerstag Sicherheit "nicht nur für ein, zwei Jahre, sondern für ein Jahrzehnt", wie Schürg sagte.

ThyssenKrupp legte am Donnerstag in Essen die Zahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die Stahlsparte Europe Steel steigerte den Umsatz demnach im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg um 74 Prozent auf 547 Millionen Euro.

"Stahl hat Zukunft und Stahl gehört in den Konzern", sagte dazu IG-Metall-Sprecher Schürg. Die Stahlsparte gehöre seit Jahren zu den Unternehmensteilen, die "das meiste Geld nach Essen bringen".

Insgesamt machte ThyssenKrupp mit weiteren Sparten wie Aufzugtechnik, Autoteilen oder Dienstleistungen im Geschäftsjahr 2016/2017 aber einen Verlust von 649 Millionen Euro. Grund war die hohe Abschreibung auf das brasilianische Stahlwerk CSA. Den Umsatz steigerte der Industriekonzern um neun Prozent auf knapp 43 Milliarden Euro.