Tausende Menschen kehren nach Waffenruhe für Süden Syriens nach Hause zurück

Im Zuge der Waffenruhe im Süden Syriens haben sich tausende vertriebene Menschen auf den Weg nach Hause gemacht. Mehr als 20.000 Menschen waren Aktivisten zufolge vom Grenzgebiet zu Jordanien aus unterwegs in ihre Dörfer im Osten der Provinz Daraa

Im Zuge der Waffenruhe im Süden Syriens haben sich am Samstag tausende vertriebene Menschen auf den Weg nach Hause gemacht. Mehr als 20.000 Menschen sind vom Grenzgebiet zu Jordanien aus unterwegs in ihre Dörfer im Südosten der Provinz Daraa, wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Andere fürchteten sich jedoch vor einer Rückkehr in die jetzt von der Regierung kontrollierte Region.

Regierung und Rebellen im Süden Syriens hatten am Freitag nach Verhandlungen unter russischer Vermittlung eine Waffenruhe mit sofortiger Wirkung vereinbart. Die Rebellen müssen demnach ihre Waffen abgeben, ihre Kämpfer abziehen und die Kontrolle der Grenze zu Jordanien an die Regierung abgeben.

In den vergangenen drei Wochen hatte eine große Offensive von syrischer und russischer Armee die Rebellen in Südsyrien zunehmend in Bedrängnis gebracht. Die heftigen Angriffe, auch aus der Luft, trieben nach UN-Angaben mehr als 320.000 Menschen in die Flucht.

Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana sieht das Abkommen vor, dass die Aufständischen "in allen Städten und Ortschaften ihre schweren und mittleren Waffen übergeben". Jene Kämpfer, die damit nicht einverstanden sind, sollen den Angaben zufolge mit ihren Familien den Süden Syriens verlassen und in die von Rebellen kontrollierte nordwestliche Provinz Idlib gebracht werden.

Die Kernpunkte der nun erzielten Vereinbarung - das Niederlegen der Waffen und sicheres Geleit für Rebellen - waren bereits in früheren Abkommen zwischen der Regierung und Rebellen in anderen Landesteilen angewendet worden. Nach und nach hat die Regierung von Präsident Baschar al-Assad so die Kontrolle über größere Teile des Landes zurückgewonnen.

Die Rückeroberung von Daraa wäre für die Regierung ein auch symbolisch bedeutsamer Sieg. In der Provinz begannen im März 2011 die Proteste gegen Assad. Sie weiteten sich zu einem landesweiten Konflikt aus, in dessen Verlauf seither mehr als 350.000 Menschen getötet wurden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte steht den bewaffneten Regierungsgegnern nahe, ihre von Aktivisten in Syrien stammenden Angaben können nur schwer überprüft werden. Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) erklärte, ihm lägen zunächst keine Zahlen über das Ausmaß der Rückkehr vor.