Tausende in Madrid demonstrieren gegen Gewalt gegen Frauen

Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen in Madrid

In Madrid haben am Samstagabend tausende Menschen gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Mit dem Ruf "Wir haben keine Angst" zogen die Demonstranten am Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen durch die spanische Hauptstadt. Sie hielten Schilder mit Aufschriften wie "Das sind keine Todesfälle, das sind Morde" oder "Wie viele müssen noch sterben?" hoch.

Nach Regierungsangaben wurden in Spanien seit Jahresbeginn 45 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. "Ich möchte zeigen, wie sehr ich die Lage in diesem Land ablehne", begründete der 40-jährige Jorge Aranda mit Blick auf die Gewalttaten seine Teilnahme an der Demonstration.

Spanien steht überdies derzeit unter dem Eindruck eines Prozesses wegen der Gruppenvergewaltigung einer zur Tatzeit 18-Jährigen. Fünf Männern im Alter zwischen 27 und 29 Jahren wird vorgeworfen, die junge Frau im Juli 2016 während der Stierhatz-Feierlichkeiten in Pamplona gemeinsam vergewaltigt und die Tat gefilmt zu haben. In einer WhatsApp-Gruppe sollen sie sich mit der Tat gebrüstet und sich selbst als "Das Rudel" bezeichnet haben.

Die Angeklagten sagten aus, der Sex sein einvernehmlich gewesen. Sie räumten jedoch ein, der jungen Frau ihr Handy gestohlen zu haben. Die Staatsanwaltschaft forderte 22 Jahre Haft für jeden der Angeklagten.