Tausende Kroaten protestieren gegen Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen

Demonstration in Split

Tausende Demonstranten haben sich in Kroatien an neuerlichen Protesten gegen die Annahme der sogenannten Istanbul-Konvention zum Schutz von Frauen beteiligt. In der Stadt Split versammelten sich am Donnerstag nach Schätzungen von Medien etwa 15.000 Menschen zu einer Kundgebung, die von der katholischen Kirche des Landes unterstützt wurde. Die Demonstranten forderten das kroatische Parlament auf, die Konvention bei der für Freitag geplanten Abstimmung nicht zu ratifizieren.

Ivana Haberle, eine der Organisatoren der Kundgebung, bezeichnete die Istanbul-Konvention als "schädlich" für das kroatische Volk. Viele der Teilnehmer schwenkten die Landesflagge. Die Debatte über die Konvention war in Kroatien heftig geführt worden. Bereits vergangenen Monat hatten etwa 10.000 Menschen in Zagreb gegen die Ratifizierung demonstriert.

Die Unterzeichnerstaaten der Konvention verpflichten sich, Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie alle Formen häuslicher Gewalt als Verbrechen einzustufen und entsprechend zu bestrafen. Zur Begründung führen die Gegner an, die Konvention bereite einer die traditionelle Familie unterlaufenden "Gender-Ideologie" den Weg.

Fast 90 Prozent der 4,2 Millionen Kroaten sind Katholiken. Die Istanbul-Konvention ist laut Europarat das erste internationale rechtsverbindliche Instrument, das einen umfassenden rechtlichen Rahmen zum Schutz von Frauen vor jeglicher Form von Gewalt schafft. In Deutschland ist sie seit Anfang Februar in Kraft.