Tausende Katalanen protestieren gegen U-Haft für Unabhängigkeitsaktivisten

Demonstranten in Barcelona

Aus Protest gegen die Verhaftung von zwei Anführern der Unabhängigkeitsbewegung sind in Katalonien am Dienstag tausende Menschen auf die Straße gegangen. In der Regionalhauptstadt Barcelona und anderen Städten in der Region im Nordosten Spaniens legten mittags mehrere tausend Menschen kurzzeitig die Arbeit nieder. Vor dem Sitz der Regionalregierung in Barcelona versammelten sich hunderte Menschen. "Unterdrückung ist nicht die Lösung", riefen die Demonstranten.

Die spanische Justiz hatte am Montagabend die Anführer zweier einflussreicher katalanischer Gruppierungen in Untersuchungshaft genommen und den katalanischen Polizeichef nur unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont sprach von "politischen Gefangenen", sein Sprecher von einer "Provokation".

Die Nachricht über die Untersuchungshaft für die Chefs der beiden Organisationen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural, Jordi Sánchez und Jordi Cuixart, hatte noch in der Nacht Proteste in ganz Katalonien ausgelöst. In Barcelona machten viele Menschen mit Kochtöpfen Lärm auf den Straßen.

Am späten Nachmittag sollte es weitere Protestkundgebungen vor den Vertretungen der spanischen Zentralregierung in Barcelona, Gerona, Tarragona und Lleida geben. In der Barcelona war für den Abend (20.00 Uhr) ein Protestmarsch mit Kerzen geplant.

Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau, die selbst gegen eine einseitige Unabhängigkeitserklärung Kataloniens ist, kündigte an, die Sitzungen des Stadtrats aus Protest für zwei Tage auszusetzen. "Politische Gefangene" hätten in der EU "keinen Platz", sagte Colau.