Tausende bei Gay-Pride-Parade in Jerusalem

Teilnehmer bei der Gay-Pride-Parade in Jerusalem

Unter Polizeischutz haben am Donnerstag tausende Menschen an der Gay-Pride-Parade im traditionell konservativen Jerusalem teilgenommen. Mehr als 10.000 Menschen zogen durch die Innenstadt, viele schwenkten Regenbogenflaggen, trommelten und sangen Lieder gegen Homophobie. Die Polizei riegelte dutzende Straßen ab, nachdem vor zwei Jahren eine 16-Jährige von einem ultraorthodoxen Juden bei der Parade erstochen worden war.

Alle Teilnehmer der Parade wurden von der Polizei durchsucht, es gab 22 Festnahmen. Einer der Festgenommen hatte nach Polizeiangaben ein Messer bei sich. Viele Teilnehmer legten Blumen unter einem Bild der 2015 erstochenen 16-Jährigen ab.

Israel hat im Vergleich zu anderen Ländern im Nahen Osten eine offene Haltung zur Homosexualität. Die Homo-Ehe etwa wird anerkannt, wenn sie im Ausland geschlossen wurde. In Israel selbst gibt es keine Zivilehe. Jerusalem gilt aber als äußerst konservativ und religiös und ist Schwulen gegenüber weitaus weniger offen als das liberale Tel Aviv. Im Juni hatten an der dortigen Tel Aviv Pride Parade mehr als 100.000 Menschen teilgenommen.