Tausende fliehen vor Luftangriffen aus Ost-Ghuta

Trotz UN-Forderungen nach einer Waffenruhe haben Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen im syrischen Ost-Ghuta Hunderte Familien zur Flucht gezwungen.

Die Zivilisten flohen aus dem Südosten der Region in andere Teile Ost-Ghutas, nachdem islamistische Aufständische dort in der Nacht einen Gegenangriff gestartet hatten.

Am Vortag waren Truppen von Präsident Baschar al-Assad in dem Gebiet gegen die Rebellen vorgerückt.

Satellitenbilder zeigen die Auswirkungen der Luftangriffe. Ost-Ghuta liegt östlich der Hauptstadt Damaskus.

Die Menschen dort haben in den vergangenen Monaten die heftigsten Luftangriffe der Regierung seit Beginn des Syrien-Konfliktes 2011 erlebt. Mehr als 650 Zivilisten starben den Menschenrechtlern zufolge in den vergangenen zwei Monaten. Eine Forderung des UN-Sicherheitsrates nach einer 30 Tage langen Waffenruhe für ganz Syrien zeigte bislang keine Wirkung.

Der syrische Verbündete Russland hatte vor knapp einer Woche tägliche fünfstündige Feuerpausen in Ost-Ghuta angekündigt. Diese brachten zwar punktuell einen Rückgang der Gewalt, ließen aber keine Hilfslieferungen an die Notleidenden in der Region zu. In dem seit 2013 belagerten Ost-Ghuta sollen etwa 400.000 Menschen eingeschlossenen sein. Verschiedene, mehrheitlich islamistische Rebellengruppen kontrollieren das Gebiet.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderten am Wochenende, die verabschiedete UN-Resolution durchzusetzen. Dabei gehe es insbesondere um humanitäre Hilfe, hieß es aus Élyséekreisen nach einem Telefonat von Macron und Guterres. In einem weiteren Telefongespräch mit Irans Präsident Hassan Ruhani forderte Macron den Angaben zufolge, dass der enge Verbündete Syriens Druck auf Al-Assad ausüben solle, damit dieser die Angriffe beende.