Tausende demonstrieren für Solidarität mit Seenotrettern

Demonstrant mit Rettungsweste

Angesichts des harten Vorgehens von EU-Staaten gegen zivile Seenotretter und zahlreicher Todesfälle bei Fluchtversuchen über das Mittelmeer haben in mehreren deutschen Städten tausende Menschen für Solidarität mit Seenotrettern und sichere Fluchtwege demonstriert. Nach Angaben des Bündnisses "Seebrücke" beteiligten sich an der größten Kundgebung am Samstag in Berlin 12.000 Menschen, die bei ihrem Marsch durch die Hauptstadt unter anderem Rettungswesten in die Höhe hielten. In Hannover demonstrierten demnach 2000 Menschen, im Bremen rund 1000.

Weitere Demonstrationen fanden unter anderem in Frankfurt am Main, Heidelberg, Leipzig und München statt. Das Bündnis "Seebrücke" wird nach eigenen Angaben von verschiedenen Bündnissen und Akteuren der Zivilgesellschaft getragen. Die Initiative entstand spontan, als das Flüchtlings-Hilfsschiff "Lifeline" mit 234 Menschen an Bord am Einlaufen in einen Hafen gehindert worden war.

Die Bewegung rief dazu auf, als Zeichen der Solidarität bei den Protestaktionen die Farbe Orange zu tragen. Von der deutschen und der europäischen Politik fordert das Bündnis sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme von Menschen, die fliehen mussten.