Zehntausende demonstrieren erneut gegen Corona-Maßnahmen

·Lesedauer: 3 Min.
Corona-Demonstration in Berlin (AFP/John MACDOUGALL) (John MACDOUGALL)

Deutschlandweit haben am Montagabend wieder zehntausende Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. An mehreren Orten kam es dabei zu Gewalt gegen Polizisten. So bewarfen im sächsischen Bautzen Demonstranten Einsatzkräfte mit Flaschen und Pflastersteinen. Drei Beamte wurden dabei verletzt und mussten ambulant behandelt werden. Im Ergebnis wurden 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Verantwortlich für die eskalierte Gewalt war nach Polizeiangaben eine Gruppe von 150 bis 200 Menschen aus dem "gewaltbereiten rechten Spektrum".

Insgesamt fanden in den sächsischen Landkreisen Görlitz und Bautzen in 19 Orten Versammlungen statt. Mehr als 6500 Demonstranten nahmen daran teil. Auch in Rostock und Braunschweig versuchten Protestierende Polizeiketten zu durchbrechen. Die Beamten in Rostock setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um die Menschen zu stoppen. Einzelne der rund 4000 Demonstranten, unter denen offenbar auch Rechtsextreme und gewaltbereite Fußballfans waren, setzten Pyrotechnik ein.

In Magdeburg demonstrierten rund 1800 Menschen. Auch hier kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei denen fünf Beamte leicht verletzt wurden. Es wurden entsprechende Ordnungswidrigkeiten- und Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auch in Leipzig und dem zugehörigen Landkreis gab es zahlreiche Versammlungen.

Insgesamt registrierte die Leipziger Polizei in diesem Zusammenhang rund 5500 Teilnehmer. In Grimma wurde dabei ein Demonstrant, der einen Davidstern mit der Aufschrift "ungeimpft" trug, festgestellt. Dieser wurde beschlagnahmt und ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet.

In Dresden fanden neben einem Autokorso zahlreiche Versammlungen statt. Dabei wurde am Rande des Geschehens ein 54-jähriger Schweizer Journalist von Unbekannten geschlagen. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein.

Bei einer Versammlung im niedersächsischen Gifhorn leisteten Demonstranten der Polizei Widerstand, dabei wurden laut Behördenangaben zwei Beamte leicht verletzt. Die Polizei leitete deswegen Strafverfahren gegen zwei Beschuldigte ein. In Celle ebenfalls in Niedersachsen schlug ein Mann einer Polizeibeamtin ins Gesicht, als diese ihm einen Platzverweis androhte. Er leistete "erheblichen Widerstand" und wurde festgenommen.

Auch in Wolfsburg und Delmenhorst kam es zu Angriffen auf Beamte, ebenso im bayerischen Schweinfurt: Dort versuchte eine 51-Jährige gewaltsam eine Polizeikette zu durchbrechen, griff dabei einen Beamten an und biss ihm ins Bein. Die Frau wurde anschließend vorläufig festgenommen.

In Bingen in Rheinland-Pfalz wurde ein Mitarbeiter des Ordnungsamts leicht verletzt, als Einsatzkräfte die Identität von Demonstranten feststellen wollten, die wegen Beleidigungen "aufgefallen" waren. In Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern wurde eine Versammlungsteilnehmerin von einem Auto angefahren und leicht verletzt. Laut Polizei handelte es sich jedoch um einen Unfall.

An mehreren Orten, beispielsweise in Braunschweig, Oldenburg sowie in Einbeck in Niedersachsen, trennte die Polizei Gegner der Corona-Politik von Gegendemonstranten, um "Entgleisungen" zu verhindern. Vereinzelt fanden die Beamten zudem verbotene Gegenstände wie Messer oder verfassungsfeindliche Symbole bei den Demonstranten.

Viele der Versammlungen waren zuvor bei den Behörden angemeldet worden - zahlreiche weitere Demonstrationen waren jedoch offenbar geplant, aber nicht angezeigt worden, was eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Die Polizei hatte häufig Probleme, die Organisatoren ausfindig zu machen.

Viele Teilnehmer ignorierten zudem die Auflagen der Behörden zum Abstandhalten beziehungsweise Maskentragen, weshalb die Behörden ebenfalls deutschlandweit hunderte Verfahren einleiteten. In zahlreichen Städten waren die Behörden erneut mit einem Großaufgebot im Einsatz.

awe/cfm

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.