Tausende demonstrieren in Asien für mehr Frauenrechte

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Demonstrantinnen in Bangkok

Anlässlich des Internationalen Frauentags sind in ganz Asien tausende Menschen für mehr Gleichstellung auf die Straße gegangen. Ungeachtet der wachsenden Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus beteiligten sich in Thailand, Indonesien und auf den Philippinen hunderte Frauen und Männer an den jährlichen Demonstrationszügen zum 8. März. In China, wo die Coronavirus-Epidemie ihren Ausgang nahm, hoben Staatsmedien den Einsatz von weiblichem medizinischen Personal im Kampf gegen das Virus hervor.

Demonstranten in Bangkok forderten angesichts dutzender Coronavirus-Fälle in Thailand einen besseren Arbeitsschutz und mehr Rechte für Frauen. Nach Angaben der Veranstalter nahmen allerdings weniger Menschen an der Kundgebung teil als in den Vorjahren. Viele seien aus Sorge vor einer weiteren Coronavirus-Ausbreitung zu Hause geblieben, hieß es.

Die Demonstration in der philippinischen Hauptstadt Manila richtete sich auch gegen den Präsidenten Rodrigo Duterte, dem immer wieder Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird. Demonstranten verbrannten eine riesige Puppe, die Duterte darstellte. Gewalt gegen Frauen und weibliche Armut verschlimmerten sich zusehends, sagte Joms Salvador von der Frauenrechtsgruppe Gabriela der Nachrichtenagentur AFP.

In Jakarta forderten Demonstrantinnen Gesetze gegen sexuelle Gewalt. Auch im ultrakonservativen Pakistan gab es eine Kundgebung zum Internationalen Frauentag, bei der die Teilnehmerinnen mehr "Freiheit" forderten.

In Indien wurde dagegen wegen der Coronavirus-Epidemie ein Frauen-Marathon abgesagt. Anlässlich des Weltfrauentags überließ Premierminister Narendra Modi jedoch seine Konten in den Online-Diensten prominenten Frauen.

Auch in Südkorea, das mit mehr als 7000 nachgewiesenen Coronavirus-Fällen der größte Infektionsherd außerhalb Chinas ist, wurden mehrere geplante Veranstaltungen zum Frauentag abgesagt. "Auch wenn wir nicht physisch zusammen sein können, ist unser Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit stärker als je zuvor", sagte die südkoreanische Gleichstellungsministerin in einer Videobotschaft.