Tausende Australier protestierten gegen Kohle- und Gasförderung

Proteste gegen Kohle und Gas in Sydney

Tausende Menschen haben in der australischen Metropole Sydney gegen Kohle- und Gasförderung in ländlichen Regionen protestiert. Sie forderten die Regierung bei der Kundgebung am Samstag auf, den Abbau konventioneller Rohstoffe und die Gewinnung von Erdgas durch Fracking in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen zu stoppen. Stattdessen müsse die Nutzung erneuerbarer Energien ausgeweitet werden.

Viele Aktivisten waren eigens aus ländlichen Teilen Australiens angereist, einige ritten auf Pferden durch das Zentrum von Sydney. Unter den Demonstranten waren auch Nachfahren der Ureinwohner, strickende Großmütter und Umweltschützer.

Der Weltmarkt für Kohle und Gas verändere sich, ebenso wie die weltweiten Zugänge zu erneuerbaren Energien, sagte die Organisatorin der Kundgebung, Georgina Woods, der Nachrichtenagentur AFP. Der Staat dürfe eine nachhaltige Landwirtschaft und Gesellschaft nicht für "kurzfristiges Geld" aus dem Bergbau "opfern".

Farmen würden durch Fracking und Kohleförderung "ruiniert", Landwirte müssten mit Bohranlagen und Minen in ihrem Grund und Boden leben, sagte die Anti-Gas-Aktivistin Clare Twomey. "Es ist eine riesige Katastrophe für unseren Planeten."

In Australien wird Strom großteils mit konventionellen Energieträgern erzeugt. Zuletzt waren die Strompreise gestiegen, was Kritiker auf das teilweise Verbot von Fracking zurückführten. Beim Fracking wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien mit Druck in Gesteinsschichten gepresst, um darin fein verteiltes Gas oder Öl zu gewinnen. Kritiker warnen unter anderem vor Gefahren für das Grundwasser.