„Tatort“ in Münster: Ist das Kunst?

Die Ermittler rätseln um einen Toten, der in einer Skulptur steckt. (Bild: WDR/Wolfgang Ennenbach)

Kann ein „Tatort“ so viel Kunst ertragen? In „Gott ist auch nur ein Mensch“, der am Sonntagabend stolze 12,89 Millionen Menschen vor die Fernseher lockte, ging es ungewohnt kreativ und künstlerisch zu. Das sorgte für geteilte Meinungen.

Die Ermittler Frank Thiel (Alex Prahl) und Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) wurden in die Welt der Kunstszene entführt. Grund dafür ist eine Skulptur, die kurz vor der Eröffnung der internationalen Skulptur-Tage in Münster für Aufregung sorgt. Bei dem vermeintlichen Meisterwerk des Aktionskünstlers „G.O.D.“ handelt es sich nämlich nicht um eine harmlose Clownsfigur, sondern um die Leiche eines ehemaligen Lokalpolitikers.

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Bei der Obduktion macht Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) eine interessante Entdeckung – in dem leblosen Körper wurde ein USB-Stick versteckt, der die Schuld des Mannes beweist. Dem Ermordeten wurde vor einiger Zeit Unzucht mit Minderjährigen vorgeworfen, doch er wurde freigesprochen. Handelt es sich bei dem Mord also um einen Racheakt? Bevor diese Frage geklärt wird, tauchen schon die nächsten Leichen in Kunstwerken auf.

Die Gerichtsmediziner untersuchen die Leiche aus dem Kunstwerk. (Bild: WDR/Wolfgang Ennenbach)

Zwischen den Mordermittlungen knistert es zwischen Thiel und Kuratorin Klara Wenger (Victoria Mayer), die den Kommissar gleich bei der ersten Begegnung aufs Überschwänglichste umarmt. Tatsächlich haben die beiden eine gemeinsame Vergangenheit. In Kindertagen wurde Thiel von seinem Vater regelmäßig mit in eine Kommune genommen. Dort traf er auf Klara, die mit ihm Kleider tauschte und ihn von da an „Frankie-Girl“ nannte.

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Und dann wäre da noch Kuratorin Nika Wenger (Gertie Honeck), die darüber urteilt, ob mit den Leichen-Werken eine Grenze überschritten wurde. „Ich bewerte nur die Kunst“, lässt sie kühl wissen. Das dürfte sich schlagartig mit dem Ausgang des „Tatorts“ in Münster ändern. Tatsächlich steckt nämlich nicht „G.O.D.“ hinter den Morden, sondern ihr eigener Sohn, der ein unbekannter Künstler ist und Gott spielen wollte.

Der Schein trügt: Aktionskünstler „G.O.D.“ ist nicht der Mörder. (Bild: WDR/Wolfgang Ennenbach)

Zum Ende will der beliebte Sonntagskrimi dann selbst mit der Kunst verschmelzen. Thiel und Boerne sitzen im Auto und rätseln über einen silbernen Koffer, in dem Künstler Jan Christwoski ein mysteriöses Werk versteckt hält. Plötzlich sieht man den realen Künstler Christian Jankowski, der genau diesen Koffer zuklappt und die beiden fachsimpelnden Ermittler samt Auto darin verschwinden lässt. Jankowski fragt: „Und? War das jetzt Kunst?“


Die Meinungen darüber sind geteilt. Während einige Medien den „Tatort“ als abwechslungsreich und kreativ bezeichnen, kritisieren andere die flachen Witze und fehlende Spannung. Auch bei Twitter wurde wieder fleißig diskutiert. „War das jetzt ein Schlechter, weil es schon wesentlich Bessere, oder ein Guter weil es schon wesentlich Schlechtere gab“, philosophierte eine Nutzerin über den aktuellen „Tatort“.


Ein anderer schrieb: „Nun hat meine Frau den ‚Tatort’ ausgeschaltet. ‚Schauspieler gut, Drehbuch ist Mist. Kann doch keiner aushalten, was die machen.’“


Ein User zog eine Verbindung zum aktuellen politischen Geschehen: „Was für ein Krimi-Abend. Zunächst versucht sich im ‚Tatort’ ein kranker Künstler als Gott und scheitert, zwei Stunden später übernimmt Christian Lindner die Rolle.“

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Thiel und Boerne sind jedenfalls immer noch die Favoriten unter den Ermittlern – wer sonst noch in der Top Ten ist seht ihr im Video: