Tatort-Begehung im Mordprozess um Halbbruder von Nordkoreas Herrscher

Angeklagte (Mitte) am Flughafen

Im Prozess um die Ermordung des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jung Un sind die beiden Angeklagten am Dienstag zum Tatort am Flughafen von Kuala Lumpur geführt worden. In Begleitung von rund 200 schwer bewaffneten Polizisten sowie dem Richter, den Verteidigern und Staatsanwälten wurden für den Fall bedeutende Orte an dem Airport aufgesucht.

Ziel der Begehung war es, den Prozessbeteiligten einen Eindruck davon zu geben, wie der mutmaßliche Mord an Kim Jong Nam im Februar begangen worden sein könnte.

Die beiden Angeklagten werden verdächtigt, den in seiner Heimat in Ungnade gefallenen Nordkoreaner am Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengift VX getötet haben sollen. Die beiden Frauen plädierten auf unschuldig und sagten aus, bei dem Anschlag hinters Licht geführt worden zu sein und niemals Kims Tod geplant zu haben. Die Verteidigung argumentiert, die Drahtzieher seien längst aus Malaysia geflohen.

Die Flughafenbegehung am Dienstag verlief in chaotischer Atmosphäre. Dutzende Journalisten folgten den Frauen, die schusssichere Westen trugen. Aisyah brach bei der Begehung in Tränen aus.