„Tatort“ aus Dortmund: Wenn Tollwut im Gefängnis ausbricht

Kommissar Faber (r.) verdächtigt einen inhaftierten Serienmörder. (Bild: WDR/Thomas Kost)

In einem Dortmunder Gefängnis stirbt ein Insasse an Tollwut. Kommissar Peter Faber nimmt zusammen mit seinen Kollegen die Ermittlungen auf – und bekommt es mit einem üblen Gegenspieler aus der Vergangenheit zu tun.

Welch ein Zufall: Ausgerechnet einen Tag nach dem Finale des RTL-Dschungelcamps strahlte „Das Erste“ einen Ekel-Tatort aus. Gleich die erste Szene könnte aus einem Horrorfilm stammen: In einer Strafanstalt wacht ein ans Krankenbett gefesselter Mann auf. Gelber Schaum läuft aus seinem Mund, in seinen Augen sind etliche Äderchen geplatzt. Der darauffolgende Rettungsversuch der Hilfskräfte schlägt fehl, der Mann stirbt ihnen unter den Händen weg.

Nach diesem ersten Schock beruhigen sich die Bilder ein wenig. Was in der Dortmunder Tatort-Episode „Tollwut“ folgt, ist eine Mischung aus Knast-Drama und Psychothriller. Wie der Titel verrät, starb der Mann in der Eingangsszene an Tollwut. Die Frage lautete nun: Wie hat sich der Patient angesteckt? Um sich zu infizieren, muss man mit dem Speichel von tollwütigen Tieren in Kontakt kommen. Doch der Insasse war vor seinem Ableben vier Jahre nicht mehr in Freiheit, konnte demnach also keinen Kontakt zu entsprechenden Tieren haben.

Auch das Westfalenstadion hatte in dem Tatort einen kurzen Auftritt. (Bild: WDR/Thomas Kost)

Die Hypothese der Ermittler: Jemand im Gefängnis setzt das Tollwutvirus gezielt als Mordwaffe ein. Peter Faber (Jörg Hartmann) verdächtigt zunächst den inhaftierten Serienmörder Markus Graf (Florian Bartholomäi). Die beiden trafen bereits in einer Episode aus dem Jahr 2014 aufeinander.

Für Faber steckt Graf nicht nur hinter dem Tollwut-Attentat, der Ermittler glaubt auch, dass seine Tochter und Frau dem Serienmörder zum Opfer fielen. Allerdings scheint es viel wahrscheinlicher, dass nicht Graf, sondern ein albanischer Mafiaboss der Drahtzieher ist.

In der Dortmunder JVA kommt es zu einer Gefängnisrevolte. (Bild: WDR/Thomas Kost)

Als ein weiterer Häftling mit Schaum vor dem Mund stirbt, bricht eine Massenpanik im Gefängnis aus. Schließlich stellt sich heraus: Das Virus wurde von außerhalb in die Strafanstalt geschmuggelt. Und wie nicht anders zu erwarten, steckt doch Markus Graf hinter dem Komplott. Er erzeugte mit dem Tollwutvirus die Gefängnisrevolte, um im dadurch entstehenden Durcheinander zu entkommen. Die Flucht gelingt dem psychopathischen Killer auch.

In einer der letzten Szenen meldet er sich telefonisch bei Faber. „Wie geht es Ihnen?“, fragt der Entflohene, „dachten Sie, ich habe Sie vergessen?“ Ein Cliffhanger, der weitere spannende Folgen mit Fabers Nemesis Graf verheißt.

Fazit: Ein teils beklemmender, teils wirrer Tatort. Die Handlungsstränge abseits des eigentlichen Falles und die Privatprobleme der Ermittler sind für den unbedarften Gucker von Dortmund-Episoden nicht immer ganz nachvollziehbar, zumal sie im Handlungsverlauf nicht näher erklärt werden. Spannend ist die Folge von Regisseur Dror Zahavi jedoch allemal.