Umfragen: Deutsche hängen am klassischen Acht-Stunden-Tag

Demonstration mit Gewerkschaftsfahnen

Die Mehrheit der Deutschen bevorzugt den klassischen Acht-Stunden-Arbeitstag. Das ergaben zwei am Mittwoch veröffentlichte Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Nachrichtenportale "Spiegel Online" und "T-Online". Demnach möchte mehr als die Hälfte der Deutschen feste Arbeitszeiten und regelmäßig nicht länger als acht Stunden arbeiten. Am Mittwochvormittag begannen die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektrobranche. Dabei geht es auch um eine zeitweise Verkürzung der Arbeitszeit.

Für die dem Institut zufolge repräsentativen Umfragen wurden jeweils mehr als 5000 Menschen im Internet befragt. Bei "Spiegel Online" gaben fast 68 Prozent an, dass sie feste Arbeitszeiten und nur begrenzt erreichbar sein wollen. Die größte Zustimmung dafür gab es demnach unter Arbeitslosen, die geringste Zustimmung unter Studenten.

Bei "T-Online" sprachen sich 61 Prozent gegen eine Lockerung des Acht-Stunden-Tags aus. Lediglich unter Sympathisanten der FDP sei die Zustimmung für eine Lockerung größer als die Ablehnung.

Bei den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall sechs Prozent mehr Lohn sowie die Möglichkeit, die Arbeitszeit zeitweise auf 28 Stunden in der Woche zu beschränken. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall lehnt ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit ab und fordert zudem eine Lockerung der Arbeitszeitregelungen.

Den Verhandlungsauftakt machten am Mittwochvormittag die Tarifregionen in Norddeutschland und Berlin/Brandenburg. In Hamburg hat die IG Metall eine Demonstration angekündigt, zu der sie rund tausend Teilnehmer erwartet. Im Laufe der kommenden sieben Tage treffen sich die Delegationen in den anderen Bezirken.