Tarifverhandlungen für Bauhauptgewerbe auf 4. Juni vertagt

Bauarbeiten an einem Gebäude in Berlin

Die Tarifverhandlungen für die rund 850.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe sind am Dienstag ohne Ergebnis vertagt worden. Die nächste Runde finde nun am 4. Juni statt, teilte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) in Berlin mit. Demnach gab es beim Auftakt am Dienstag "keine Annäherung der Standpunkte". Laut Gewerkschaft war ein Knackpunkt der Verhandlungen die Entschädigung der Wegezeiten, also für die Fahrt vom Betrieb zur Baustelle.

Die Tarifverhandlungen werden geführt vom ZDB und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie auf der einen sowie der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf der anderen Seite. Sie sollten ursprünglich bereits im März stattfinden, waren aber wegen der Corona-Krise mehrfach verschoben worden.

Die IG Bau fordert wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland 6,8 Prozent mehr Lohn sowie eine Entschädigung für Wegezeiten. Die IG Bau erklärte dazu am Dienstag, die Baubranche laufe "nach wie vor auf Hochtouren".

Der ZDB dagegen erklärte, die Bauwirtschaft sei wirtschaftlich in einer anderen Verfassung, "als sie dieses zum Jahresauftakt vor Corona gewesen ist". Wenn auch der Eindruck bestehe, dass die Branche reibungslos arbeite, so trüge dieser.

"80 Prozent unserer Unternehmen empfinden den Baustellenbetrieb als gestört. Schon heute spüren wir, dass Nachfolgeaufträge ausbleiben. Wir erwarten einen Umsatzrückgang in diesem Jahr real von mindestens drei Prozent." Diese schwierige Lage der Branche müsse auch die Gewerkschaft erkennen.