Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe ohne Ergebnis abgebrochen

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Baustelle in München (AFP/Christof STACHE)

Die Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft IG BAU sind gescheitert. Strittiger Punkt war in der fünften Verhandlungsrunde eine Entschädigung für die Wegezeiten der Beschäftigten, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten. Erwartet wird nun, dass es zu einem Schlichtungsverfahren kommt.

Die Gewerkschaft warf der Arbeitgeberseite vor, sie habe "partout nicht ernsthaft über das Thema Wegezeit sprechen" wollen. "Da lassen wir aber nicht locker", erklärte der IG-BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. "60 Kilometer fahren im Schnitt die Baubeschäftigten zu Ihren Einsatzorten und haben darauf keinerlei Einfluss", kritisierte er.

"Dafür müssen sie ordentlich und fair, abhängig vom Fahrweg, entschädigt werden", forderte er. Die Arbeitgeberseite habe aber nur ein weiteres Lohn- und Gehaltsangebot vorlegen wollen, "wenn wir unsere Forderung zur Wegezeitentschädigung zurückziehen".

Die Arbeitgeberseite erklärte hingegen, es habe im Vorfeld Einigkeit darüber bestanden, dass die Frage der Wegstreckenentschädigung Gegenstand des Bundesrahmentarifvertrags und nicht der Lohn- und Gehaltstarifverträge sei. Davon sei die Gewerkschaft allerdings in den laufenden Verhandlungen wieder abgerückt.

"Wir wären bereit gewesen, durch ein wesentlich verbessertes Angebot eine Einigung in den Lohn- und Gehaltstarifverhandlungen unter Einbeziehung der Ost-/West-Angleichung zu erreichen", erklärte Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite und Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). "Wir hätten erwartet, dass die Gewerkschaft ernsthafter an einer Entgeltsteigerung interessiert gewesen wäre."

Die IG BAU erklärte, es sei davon auszugehen, dass die Bundestarifkommission der Gewerkschaft nun am kommenden Montag dem Bundesvorstand vorschlägt, die Schlichtungsstelle anzurufen. Diese muss dann nach sieben Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Der vorige Tarifvertrag war bereits Ende Juni ausgelaufen. In der Branche beschäftigt sind rund 890.000 Menschen.

jm/bk

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