Tarifverdienste steigen nur geringfügig - Schuld ist Statistikeffekt

Die Verdienste der Arbeiter und Angestellten mit Tarifvertrag sind von Juli bis September insgesamt nur um 1,4 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen. Schuld ist aber ein Sondereffekt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im dritten Quartal 2016 gab es demnach hohe Nachzahlungen im Öffentlichen Dienst des Bundes und der Gemeinden, im dritten Quartal in diesem Jahr nicht.

Ohne Berücksichtigung dieses Sondereffekts stiegen die Tarifverdienste um 2,6 Prozent, wie die Statistiker mitteilten. Dieser Anstieg entspreche dem durchschnittlichen Anstieg der letzten 20 Quartale. Damit haben viele Beschäftigte deutlich mehr Geld in der Tasche. Denn im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Verbraucherpreise nur um 1,8 Prozent.

Von Juli bis September 2017 nahmen die Tarifverdienste besonders in der Tabakverarbeitung (5,8 Prozent), im Bereich Kfz-Handel und Kfz-Reparatur (5,3 Prozent) und in Reisebüros (3,4 Prozent) zu. Deutlich geringere Erhöhungen als im Durchschnitt mussten die Tarifbeschäftigten in den Bereichen Metallgewerbe (0,6 Prozent) und im Sozialwesen (0,5 Prozent) hinnehmen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres waren die Tarifverdienste durchschnittlich 3,8 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum - das war der höchste Anstieg seit Beginn dieser Zeitreihe im Jahr 2011. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte es bereits einen Anstieg um 2,8 Prozent gegeben. Im Jahr 2016 stand unter dem Strich ein Plus von 2,0 Prozent für Tarifbeschäftigte.