Tariflöhne real deutlich schwächer gewachsen als in Vorjahren

Die Tariflöhne sind vergangenes Jahr real im Schnitt um 0,6 Prozent gestiegen. Zwar lag die nominale Steigerung bei 2,4 Prozent, doch dämpften die gestiegenen Verbraucherpreise dieses Plus, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag mitteilte. So falle der reale Zuwachs 2017 "deutlich geringer" als in den Vorjahren aus, erklärte Thorsten Schulten vom WSI.

2014 bis 2016 hätten die Arbeitnehmer in Tarifverträgen real zwischen 1,9 und 2,4 Prozent mehr in der Tasche gehabt. Das sei ein "wesentlicher Beitrag für den ökonomischen Aufschwung in Deutschland" gewesen. "Spürbare Reallohnzuwächse" seien "wichtige Faktoren für eine stabile, balancierte Wirtschaftsentwicklung", erklärte Schulten weiter.

Laut WSI schlossen die Gewerkschaften im vergangenen Jahr neue Tarifverträge für 8,7 Millionen Beschäftigte ab. Außerdem profitierten 10,5 Millionen Beschäftigte von Erhöhungen aus älteren Vereinbarungen.

Die höchsten nominalen Zuwächse erhielten die Beschäftigten in der Textilindustrie mit 3,1 Prozent und in der Metallindustrie mit 3,0 Prozent. Die niedrigsten Zuwächse gab es in der Holz- und Kunststoffindustrie, dem Großhandel, bei der Deutschen Post und im Bankgewerbe. Dort betrugen die Tariferhöhungen zwischen 1,1 und 1,5 Prozent.