Tarifkonflikt im nordrhein-westfälischen Handel geht in vierte Runde

dpa-AFX

ESSEN (dpa-AFX) - In der laufenden Tarifrunde für die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalens Einzelhandel treffen sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi an diesem Dienstag (11 Uhr) zur vierten Verhandlung in Recklinghausen. Bereits im Vorfeld der Gespräche hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft landesweit rund 4000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen beteiligt. Falls ein Abschluss gelingt, könnte Nordrhein-Westfalen bundesweit eine Vorreiterrolle in der Branche übernehmen.

Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer wies auf eine zunehmende Streikbereitschaft unter den Beschäftigten hin. Um den Tarifkonflikt noch vor der Sommerpause zu beenden, müssten die Arbeitgeber sich jedoch bewegen, forderte sie.

Die Gewerkschaft fordert im Einzelhandel eine Anhebung der Löhne und Gehälter um einen Euro pro Stunde, während die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro pro Monat steigen sollen. Die Arbeitgeber haben dagegen nach zwei Nullmonaten eine Anhebung in zwei Schritten mit 1,5 Prozent und 1,0 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 150 Euro pro Jahr angeboten.

Der Tarifabschluss gilt als Richtschnur für 490 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 205 000 geringfügig Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen. Viele arbeiten jedoch in Betrieben, für die der Flächentarifvertrag keine unmittelbare Gültigkeit hat.